01.07.2021. Eine Leidensgeschichte.

Erzählt von Helmut Heller.

WERNERSBERG. Ein Dorf und die Hölle. In Annweiler ist der Kreisel West gesperrt. Der Landesbetrieb LBM baut. Im kleinen, sonst so beschaulichen Nachbarort Wernersberg ist der Teufel los. Die Menschen sind verzweifelt. Sie haben sich an suewpress.de gewandt, um nur einen Funken von dem widerzugeben, was im dem Wasgau-Dörfchen wegen des Flucht-Schwerverkehrs abgeht.

WERNERSBERG. Gut sechs Wochen soll die Sperrung des Kreisels in Annweiler dauern. Autsch. Seit Anfang der Woche tobt die Hölle in Wernersberg. Wir lassen den Bürger Helmut Heller unzensiert zu Wort kommen, der auch die Fotos zu seiner Leserzuschrift an suewpress.de geschossen hat. Lieber Herr Heller, danke dafür. Nun sind Sie an der Reihe.

Busse, Lastwagen und "fliegende" Autos.

Von Helmut Heller. Ein Eindruck von Dienstag. Nebst Unfall.

„Pkw-Fahrerin verursacht Verkehrschaos in und um Wernersberg.

Was viele Bürger befürchtet hatten, wurde bereits gestern (Dienstag, Anm. der Red.), am dritten Tag der auf sechs Wochen avisierten Umleitungsstrecke durch das kleine, enge Dorf traurige Wirklichkeit. Kurz nach 13.00 Uhr ging nichts mehr. Der Verkehr stand in beide Richtungen. Nichts bewegte sich mehr. Was war passiert? Um die Mittagszeit raste die Fahrerin eines Kleinwagens auf der B48 in Richtung Ebersbach. Vermutlich fuhr sie viel zu schnell. In der scharfen Kurve kurz vor der Einbiegung in die K1 verlor sie die Herrschaft über ihr Fahrzeug schoss über die Verkehrsinsel , überquerte die andere Straßenseite rund rutschte die Böschung hinunter. Erst Hecken und kleine Bäume brachten sie zum Stehen*, Welche Blessuren sich die junge Frau zugezogen hatte, wusste niemand. Von der Polizei keine Spur. Der LBM, der unweit von der Unfallstelle eine große Dependance betreibt, sperrte die B48 voll und sicherte die Unfallstelle an der mittlerweile ein Autokran mit 100 Tonnen Hebelast und 4o Meter langem Ausleger in Stellung gebracht wurde um das Kleinfahrzeug zu bergen.

Durch die Vollsperrung der B 48 versuchten zahlreiche Bus-, Lkw- und Pkw -Fahrer ihr Glück auf der ausgeschilderten Umleitungsstrecke, die aber hierfür nicht vorgesehen ist.

Gut ein dutzend Omnibusse, Riesenfrachtliner-Lkw, und ein Langholztransporter verkeilten sich was, so Augenzeugenberichte, zu kleineren Zusammenstößen mit Blechschäden führte. Damit hatten die PKW-Fahrer keine Chance dem Chaos zu entfliehen*Was tun? Die Polizei rufen, die jedoch „nicht kommen konnte weil in der Ebersbach beschäftigt“. Ein beherzter wernersberger Bürger nahm deshalb die Sache in die Hand. Er organisierte 2,3 Wink- und Zurufposten in Sichtweite und löste so innerhalb kurzer Zeit den Gordischen Verkehrsknoten.

Alles ist heute nochmals gut gegangen. Die zerstörte Dachrinne ersetzt hoffentlich der LBM. Um die Blechschäden kümmern sich Versicherungen. Nur was mir meine Enkeltochter, Schülerin der Grundschule berichtete, brachte mich zuerst zum Nachdenken und dann in Rage. Sie musste einen großen Umweg machen ,weil sie sich nicht getraute, den sonst üblichen Weg zu gehen.

Meine Meinung: ich kann nicht begreifen, wieso man wochenlang 40 Tonnen schwere Lkw in beide Richtungen durch unser enges Dorf schicken kann, dessen Durchgangsstraßen weitgehend ohne Bürgersteige sind. Heute ein beschädigte Dachrinne, vorgestern eine angefahrene Stützmauer, morgen … Gott bewahre!

Schulkinder, die sich nicht über die Straße trauen, wenn die PS Riesen durchs Dorf donnern und dies alles in Abwesenheit der Polizei, die erst dann kommt, wenn es richtig gescheppert hat.

Schlägerei verhindert.

Mir ist auch unklar, warum der kleine verunfallte PKW zur Hauptverkehrszeit geborgen wurde. Was dies für Folgen haben würde, war leicht vorauszusehen. Dieses Mal ging soweit noch alles gut, Eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen zwei Beteiligten konnte ich gerade noch verhindern, indem ich mich zwischen die Streithähne stellte. Die Nerven lagen blank. So, meine Herren in Speyer, kann es nicht noch wochen- und monatelang weiter gehen. Bitte tun sie was, damit nichts Schlimmeres passiert.

Jetzt die Pressemeldung der Polizei im Wortlaut.

Wernersberg. Vermutlich aus Unachtsamkeit kam eine 30-jährige Fahrzeugführerin am 30.06.21, gegen 09:30 Uhr, von der Fahrbahn ab und landete im schwer zugänglichen, angrenzenden Feuchtgebiet. Der PKW, welcher auf der B 48 aus Richtung Annweiler kam und im Bereich der dortigen Einmündung zur K 1 nach Wernersberg verunfallte, musste mit schwerem Gerät geborgen werden. Am PKW selbst entstand ein Sachschaden in Höhe eines niedrigen, vierstelligen Bereichs, die Fahrerin selbst blieb glücklicherweise unverletzt. Aufgrund der Bergesituation musste jedoch der Streckenverlauf zeitweise gesperrt werden, so dass in Zusammenspiel mit der Sperrung des westlichen Kreisels bei Annweiler erhebliche Verkehrsbehinderungen entstanden. Pressemeldung der Polizei. Text. sp. Heller. Fotos. Heller.