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07.12.2023. Nach dem Knarzen kracht nun das Gebälk. Geißer. Kehrt FWG den Rücken.

Dieter Geißer, Ortsbürgermeister von Schweigen-Rechtenbach, kehrt der FWG kurz vor der Kommunalwahl im Juni 2024 den Rücken. Foto. Gemeinde. Frei.

Dieter Geißer, Ortsbürgermeister von Schweigen-Rechtenbach, kehrt der FWG kurz vor der Kommunalwahl im Juni 2024 den Rücken. Foto. Gemeinde. Frei.

Von Robert Wilhelm.

SCHWEIGEN-RECHTENBACH. Der Ortsbürgermeister von Schweigen-Rechtenbach, Dieter Geißer, kehrt „seiner“ FWG nun gänzlich den Rücken. „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, als Mitglied der Freien Wählergruppe Schweigen-Rechtenbach e. V. auszutreten, hatte ich vor einigen Tagen bereits das Mandat des 1. Vorsitzenden der FWG niedergelegt.“ Das teilt er in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Zur Info. Die Freien Wähler stellen im 16-köpfigen Rat von Schweigen-Rechtenbach die stärkste Fraktion. Dort haben sie 7 Sitze, die SPD 5 und die CDU 4.

Unterdessen wird Dieter Geißer das Amt des Ortsbürgermeisters nicht aufgeben. Rückzug wohl erst im Frühsommer 2024. Im kommenden Juni sind Kommunalwahlen. Dann wird Geißer 10 Jahre im Amt gewesen sein. Angemerkt. Mit dem Erreichen von 10 Jahren Amtszeit erreicht er auch den Anspruch auf den sogenannten Ehrensold für ehrenamtlich tätige „Wahlbeamte“.

Doch zur akuten Situation.

Seit Monaten knirrscht es. Zwischen dem Ortschef und den Freien. Im März hat Dieter Geißer den Vorsitz der FWG übernommen. Nicht sonderlich freudig. Aber es habe kein anderer machen wollen, sagt er im Gespräch mit suewpress.de. Seither sei er zunehmend von „eigenen“ Leuten geschnitten worden und hätten nicht einmal mehr gegrüßt. Es habe Autstritte gegeben. „Aber den Vorsitz wollte keiner übernehmen“, so Geißer. Er sei kein Politiker, sondern betrachte sich als Gestalter. „In erster Linie geht es ums Dorf.“ Und. "Es muss bezahlbar sein." Vor zehn Jahren habe er die Stichwahl als Bürgermeister gewonnen, vor vier Jahren sei er mit 65 Prozent gewählt worden. Er habe „die Bürger mit einer Dorfmoderation abgeholt“. Das Dorf sei Ende März dieses Jahres schuldenfrei gewesen und habe nun eine geringe Verschuldung. Zudem als Schwerpunkt-Gemeinde anerkannt. „Das muss man erst einmal hinbekommen.“ Das einzige, was ihm vielleicht anzulasten sei, seien die Wohnblocks am Deutschen Weintor. Doch hier gibt er zu bedenken, er habe im Rat nur eine Stimme. Die Bebauung sei eine Mehrheitsentscheidung gewesen.

Die aktuellen Differenzen.

Dieter Geißer sieht den Stein des Anstoßes in dem Vorhaben Kita-Bau aufgrund des Bevölkerungswachstums in der Doppel-Gemeinde. Zu Beginn seiner Amtszeit gab es rund 1300 Schweigen-Rechtenbacher, mittlerweile seien es an die 1500. Das habe für Unmut in der FWG gesorgt. „Nach der letzten Ratssitzung war spürbar, dass es keine Unterstützung für das Projekt gibt“, sagt Dieter Geißer.

Droht(e) Spaltung der FWG? Gespräch mit Helmut Geißer.

Die Situation schien offensichtlich zu eskalieren. Aufgrund von Austritten aus der FWG und der Unzufriedenheit kursierte das Gerücht, dass ehemalige FWGler für Juni 2024 eine eigene, neue Kandidatenliste für den Rat aufstellen würden. Hier kommt Dieter Geißers Amtsvorgänger ins Spiel. Helmut Geißer (ebenfalls FWG) war 20 Jahre Ortschef.

„Ein Gespräch mit Helmut Geißer, meinem Vorgänger als Ortsbürgermeister hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich glaube fest daran, dass dieser Schritt zu einer positiven Veränderung führen wird. Es ist mir wichtig, dass die FWG weiterhin als starke Einheit auftritt und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Schweigen-Rechtenbach vertritt. Des Weiteren bin davon überzeugt, dass ein neuer Vorstandvorsitz (w/m/d) mit neuen Ideen und einer frischen Perspektive die Wählergruppe erfolgreich in die bevorstehende Kommunalwahl im Juni 2024 führen kann. An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Mitgliedern der FWG für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung während meiner Mitgliedschaft.

Bereits vielfach kommuniziert, stehe ich bei den Kommunalwahlen im Juni 2024 für ein weiteres politisches Engagement nicht zur Verfügung.“ Ende der Erklärung des amtierenden Ortsbürgermeisters Dieter Geißer.

Vorgänger Helmut Geißer. "Nicht meine Art, ein Dorf zu führen."

Bei Vorgänger Helmut Geißer nachgefragt, verwies dieser darauf, dass es sich um ein vertrauliches Gespräch mit seinem Nachfolger gehandelt habe. Und er vom Inhalt nichts preisgeben werde. Nur so viel. Die aktuelle Art, das Dorf zu führen, sei nicht die seinige. Und seine eigene Art sei nicht die schlechteste gewesen. So Helmut Geißer. Hört. Hört. Auf die Frage, ob er bei der Kommunalwahl noch einmal in die Bresche springen wolle, antwortete Helmut Geißer mit einem lauten Lachen. Zu einem möglichen neuen FWG-Kandidaten traf Helmut Geißer (noch) keine Aussage.

Das letzte Wort gehört Dieter Geißer zu seinem finalen Schritt in Bezug auf die FWG. „Die Menschen werden durch Gesinnungen geeint, aber durch Meinungen getrennt.“ Frei nach Goethe.

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