12.05.2022. Von der Macht des Fiebers. Und der Not der Heiler.

Die Europa-Abgeordnete Manuela Ripa (ÖDP, re.) informiert sich bei Patienten …

Die Europa-Abgeordnete Manuela Ripa (ÖDP, re.) informiert sich bei Patienten …

Ortstermin. Biomed-Klinik. Von Robert Wilhelm.

BZA. Es gibt viele geflügelte Wörter in der Medizin. Das Zitat des griechischen Philosophen und Gelehrten Peramides gehört zu den wohl Bekanntesten. „Gebt mir die Macht, Fieber zu erzeugen und ich heile jede Krankheit.“ Heute, 2500 Jahre später, arbeitet die private Biomed-Klinik in BZA genau nach dieser Maxime. Und das seit 1989. Auf dem Feld der Onkologie. Der alte Griechen-Spruch neu formuliert. „Wenn der Tumor Fieber hat.“ Stichwort. Hyperthermie. Die Klinik heilt. Aber nicht die Vorbehalte seitens der das Gesundheitssystem dominierenden Schulmedizin. Zumindest empfinden das so die Fachleute der Biomed. Keine Vorbehalte gegenüber der ganzheitlichen Herangehensweise hingegen hat Manuela Ripa. Die saarländische Europa-Abgeordnete der ÖDP war jetzt zu Besuch in BZA, um sich zu informieren.

Die Europa-Abgeordnete Manuela Ripa (ÖDP, re.) informiert sich bei Patienten …

Die Europa-Abgeordnete Manuela Ripa (ÖDP, re.) informiert sich bei Patienten …

... der Biomed-Klinik in BZA über …

... der Biomed-Klinik in BZA über …

... die Hyperthermie-Therapie, die im Kampf gegen Krebs …

... die Hyperthermie-Therapie, die im Kampf gegen Krebs …

... von Chefarzt Matthias Kraft und seinem Team angewandt wird. Fotos. sp. rw. Biomed. Frei.

... von Chefarzt Matthias Kraft und seinem Team angewandt wird. Fotos. sp. rw. Biomed. Frei.

BZA. Im Gespräch mit den Chefärzten, der Geschäftsleitung und Patienten hörte sich die Abgeordnete an, was in dieser Klinik geschieht, wie behandelt und unter welchen Voraussetzungen gearbeitet wird. Ripa nimmt einiges an Anregungen und Informationen mit nach Brüssel und Straßburg.

„Wir sind ein ganz normales Krankenhaus“, stellte Chefarzt Dr. Matthias Kraft den sich durch das gesamte Gespräch ziehenden Roten Faden voran – den Problemen bei der Kostenübernahme durch die Kassen, insbesondere bei den Privaten. Und die mangelnde Akzeptanz seitens der Politik. „Wir haben eine Chirurgie, wir machen Bestrahlung, Chemo-Therapien und halt eben Hyperthermie. Und genau darin liegt das „Problem“, zumindest was die Anerkennung in der Fachwelt und der Kostenerstattung betrifft.

Der Unterschied. Komplementärer Ansatz. Die Vorurteile.

Er habe den Eindruck, so Kraft, dass die Schulmedizin die Arbeit in der Biomed schon fast wie eine Art Voodoo betrachte. In der schulmedizinischen Fachwelt halte sich hartnäckig die Vorstellung, man würde hier alternative Medizin anwenden. Nein, sagt der Chefarzt klipp und klar. „Ich selbst komme ja aus der Schulmedizin.“ Sein Chefarzt-Kollege Dr. Fadil Brovina ja auch. Hier werde der komplementäre Ansatz verfolgt. Der Patient werde ganzheitlich betrachtet. Menschen die hier in die Südpfalz kommen, „sind alle ,draußen' austherapiert“, sprich, ihnen sei nicht mehr zu helfen. Laut Schulmedizin.

Patienten erst aufbauen.

Komplementär. Ganzheitlich. Bevor mit der Behandlung begonnen werde, werde geschaut, in welchem Zustand der Patient sei, so Chefarzt Kraft weiter. „Ich kann den Körper nicht heilen, wenn der Kopf nicht mitspielt.“ Da werden Gespräche geführt, die Menschen mitgenommen - in die Gemeinschaft von Personal und Patienten eingebunden. Der Geist angeregt. Das helfe schon enorm, das zeigten die Erfahrungswerte. So müsse beispielsweise bei ausgeglichenen Menschen zumeist die Dosis einer laufenden Chemo-Therapie nicht reduziert werden, wenn der Körper schon geschwächt sei, sondern könne auf dem bisherigen Level gehalten werden, wenn der Patient in Einklang mit sich selbst sei. So sieht das auch sein Chefarzt-Kollege Brovina. „Wir müssen die Patienten erst einmal aufbauen.“

Sterblichkeitsrate bei 13 Prozent.

Erst dann würde mit der Hyperthermie begonnen. Bei Ganzkörper-Anwendungen werde der Körper auf 38,5 bis 40,5 Grad erwärmt, an nur einzelnen Stellen gehe man bis auf 42 Grad hoch, so Kraft. Die Wärme helfe, die Säure besser aus dem Körper zu schwemmen. Dazu werde oft auch unterstützend mit Vitamin C und D sowie mit Omega-3-Fettsäuren gearbeitet. Das Ergebnis in den meisten Fällen, der Tumor verkleinere sich, verschwinde am Ende auch ganz. Laut Kraft liege die Sterblichkeitsrate bei 13 Prozent. Bei Patienten, die bereits aufgegeben waren.

Die Finanzierung.

Neben den Vorurteilen geht es bei dem Ganzen selbstredend auch ums liebe Geld. Der ganze Ansatz im Gesundheitssystem sei nicht in Ordnung. Es gehe den Kassen nicht um den Menschen. Vielmehr stünden die Fallzahlen im Mittelpunkt. Daran bemesse sich die Behandlung der Patienten, konstatiert die Geschäftsleitung in Person von Elke Walther

(Geschäftsführende Gesellschafterin) und Jonas Hager (Verwaltungsleitung, Gesellschafter), der Sohn des verstorbenen Klinik-Gründers Dr. E. Dieter Hager. Dabei sei das Leistungsverhältnis zu den Gesetzlichen besser als zu den Privatkassen. Das Eine seien die Behandlungskosten. Das Andere, dass man nicht einmal im Landesbettenzielplan sei, also auch hier keinerlei finanzielle Unterstützung bekomme. Chefarzt Kraft bließ ins selbe Horn. „Wir machen mehr und bekommen weniger, manchmal sogar gar nichts.“

„Ich hatte mir schon einen Baum ausgesucht.“

Dass Ärzte nicht negativ über sich und ihre Arbeit sprechen, liegt auf der Hand. Doch da waren ja auch noch Patienten bei dem Gespräch mit der Europa-Abgeordneten Ripa anwesend. Und eine von ihnen berichtete Folgendes. Die Schulmedizin sei am Ende gewesen. Letzte Option. Wenn sie sich nicht einen Darm- und Blasenausgang setzen lassen würde, hätte sie noch rund 14 Tage. Ein Schock. „Ich hatte schon alles geregelt und mir bereits einen Baum ausgesucht.“ Als letzte Ruhestätte. Das war vor 2 Jahren, sagte die Patienten. Und. „Ich fühle mich super. Ich merke nichts mehr. Als ich hierher kam war mein Tumor 14 bis 16 Zentimeter groß, jetzt sind es nur noch 8.“

Ripa. Auf europäischer Ebene ansetzen.

Die EU-Abgeordnete meinte, sie wolle sich kundig machen, warum das unter anderem in Deutschland so ein Problem mit der Kostenübernahme sei. Es gebe Länder, in der EU, die solche Behandlungen finanzierten, andere widerum nicht. Hier sollte es einen europäischen Ansatz geben. In Deutschland sei das mit einem absolut schulmedizinsch orientierten Gesundheitsminister Karl Lauterbach nicht zu machen. Dabei habe ja gerade die Corona-Pandemie gezeigt, dass die rein schulmedizinische Behandlung nicht immer ausreiche, sondern eine ganzheitliche Herangehensweise sinnvoll sei. Stichwort Isolation, Vereinsamung.

Stichwort.
Hyperthermie.

Bei der Hyperthermie geht es darum, künstlich Fieber zu erzeugen. Mittels Geräten wird der Körper oder ein Teil davon überwärmt. Bei einem Infekt reagiert der menschliche Körper in der Regel mit Fieber, weil das körpereigene Immunsystem bei einer höheren Temperatur effektiver arbeiten kann. Mit Ganzkörper-Anwendungen soll das Immunsystem angeregt werden, sich so besser gegen den Krebs wehren. Bei regionaler Anwendung an Teilen des Körpers kann die Hyperthermie sogar tumorzellen-zerstörend wirken.

Fakten. Daten. Zahlen.

Die private Biomed-Klinik in BZA wurde 1989 von Dr. Dr. E. Dieter Hager gegründet. Sie ist als Akutkrankenhaus eingestuft. Fachbereich Onkologie mit gesamter Bandbreite und dem Schwerpunkt Hyperthermie. Insgesamt verfügt die Biomed über 100 Betten. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten liegt bei etwa 9 Tagen. Die Biomed beschäftigt 120 Mitarbeiter, darunter momentan 7 Ärzte.

Im Netz.

www.biomed-klinik.de
https://www.youtube.com/watch?v=cgcUL57ZtuU

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