Der Geparden-Welpe wurde Anfang Juli im Zoo LD in der Pfalz als einziges Jungtier von Geparden-Katze Rose geboren. Geparden-Katzen werfen in der Regel drei bis fünf Welpen. In Ausnahmefällen kommt es in der Natur und in Menschenobhut vor, dass nur ein Jungtier geboren wird. Erfahrungen zeigen jedoch, dass der Milchfluss der Mutter in einem solchen Fall aufgrund mangelnder Stimulation durch das Saugen sonst mehrerer Jungtiere schnell versiegt. Ein instinktiver Mechanismus bewirkt zudem, dass Geparden-Mütter den Aufwand der Aufzucht, „in nur ein Jungtier zu investieren“, offenbar nicht betreiben und das Jungtier vernachlässigen. Ein vorzeitiger Tod eines Welpen hat dann zur Folge, dass eine Gepardenkatze schneller wieder paarungsbereit ist und sich die Chance für einen größeren Folgewurf erhöht. Gründe, warum eine natürliche Aufzucht nur eines Gepardenjungtiers in der Regel nicht gelingt.
Mit dem Fläschchen vom Zoo-Direktor großgezogen.
Nach aktuellen Kriterien der Tiergartenbiologie wird eine Flaschenaufzucht eines Wildtiers nur in gut begründeten Ausnahmefällen erwogen, sofern es dem Wohl des Individuums nicht nur kurzfristig dient und zum Erhalt der Tierart beiträgt. Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Wildkatzen-Spezialistengruppe des Europäischen Zoo- und Aquarien-Verbandes EAZA und nach sorgfältiger Abwägung aller Chancen und Herausforderungen hatte sich das Zooteam in Landau entschlossen, das geschwächt aufgefundene Jungtier direkt seit der Geburt mit der Flasche aufzuziehen.
Seither kümmern sich zunächst der Landauer Zoodirektor und leitende Zootierarzt Dr. Jens-Ove Heckel und seine Frau, Tierärztin Dr. Judith Heckel, ganztags um den Welpen.
Anfänglich gesundheitliche Probleme.
Allerdings wurden die ersten Wochen durch einige gesundheitliche Probleme zur besonderen Herausforderung. Nachdem die ersten drei Wochen die adäquate Futteraufnahme und Verdauung zu den Baustellen gehörte, stellte sich danach spontan und unerwartet ein Problem ein, das mit ernsthaften Störungen und Einschränkungen der Fortbewegungsfähigkeit der kleinen Gepardin einherging.
Es geht bergauf.
Doch die gute Nachricht. Seit nunmehr zwei Wochen bessert sich der gesundheitliche Zustand von Assama täglich und inzwischen ist sie mobil und sehr verspielt und entwickelt sich zufriedenstellend. „Wir hoffen sehr, dass sich teils noch sichtbare Probleme in der Beweglichkeit und Koordination ihrer Hinterbeine in den kommenden Wochen bei weiterer intensiver pflegerischer und medizinischer Betreuung auswachsen,“ sagt Jens-Ove Heckel.
„Mit der Handaufzucht von Assama leistet der Zoo LD einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser stark bedrohten Tierart“, betont Bürgermeister und Zoodezernent Lukas Hartmann. „Mein besonderer Dank gilt dem Ehepaar Heckel, das sich in den ersten Wochen mit großem Engagement und unermüdlichem Einsatz um das Jungtier gekümmert hat.“
Vom Aussterben bedroht.
Die Unterart des Nordöstlichen oder Sudan-Gepard mit wenigen letzten Verbreitungsgebieten in Nordostafrika ist in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet gelistet. Bejagung, Lebensraumverlust und illegaler Handel von Jungtieren im arabischen Raum sind Hauptgefährdungen. Text. sp.