Beim Besuch des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz informierten sich die Minister über aktuelle Entwicklungen in der anwendungsorientierten KI-Forschung und den erfolgreichen Technologietransfer des Instituts. Im Mittelpunkt stand unter anderem das geplante Infrastrukturprojekt CompAI, mit dem die KI-Rechen- und Dateninfrastruktur des DFKI ausgebaut werden soll. Vorgesehen ist eine gemeinsame Förderung des Landes in Höhe von rund 20 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „RLP-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur" durch das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit sowie das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima. Ziel ist es, leistungsfähige GPU-Rechenkapazitäten sowie moderne Speicher- und Dateninfrastrukturen bereitzustellen und damit die Voraussetzungen für Forschung, Innovation und den Transfer in die Wirtschaft weiter zu verbessern.
RLP hat leistungsfähige KI-Forschungskultur.
Wissenschaftsminister Clemens Hoch betonte. „Die Forschungslandschaft in KL, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, genießt international einen exzellenten Ruf. Die enge Zusammenarbeit von Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen schafft ein einzigartiges Innovationsökosystem. Wissenschaftliche Exzellenz entfaltet ihren größten Nutzen, wenn sie in konkrete Anwendungen überführt wird. Genau dafür stehen das DFKI sowie die Fraunhofer-Institute in KL.“
RLP verfügt über eine leistungsfähige KI-Landschaft mit rund 320 Unternehmen, die KI entwickeln oder einsetzen, mehr als 100 wissenschaftlichen Arbeitsgruppen sowie 181 Studiengängen mit KI-Bezug. Insbesondere der Technologie- und Forschungsstandort KL nimmt dabei eine herausragende Rolle ein. Mit der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität KL-LD (RPTU), dem DFKI sowie den Fraunhofer-Instituten ITWM und IESE verfügt der Standort über ein europaweit einzigartiges Netzwerk wissenschaftlicher Einrichtungen mit Kompetenzen unter anderem in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Software Engineering, Simulation, High Performance Computing und Quanten-Computing.
Zuwendung für neueste KI-Prozessoren.
Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor des DFKI in KL, betont. „Die Zuwendung ermöglicht den nächsten signifikanten Schritt bei der kontinuierlichen Erweiterung und Modernisierung unserer KI-Recheninfrastruktur. Damit können wir die neuesten Generationen von KI-Prozessoren (GPUs) bereitstellen und die erforderlichen Rahmenbedingungen für deren Betrieb schaffen. Zugleich entstehen leistungsfähige und energieeffiziente Ressourcen, von denen neben der Forschung am DFKI auch unsere Projektpartner, insbesondere mittelständische Unternehmen und Start-ups, unmittelbar profitieren werden." Auf diese Weise können aktuelle und zukünftige Forschungsbedarfe optimal bedient und die internationale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesichert werden.
Besuch bei Fraunhofer IESE und ITWM.
Am Fraunhofer IESE stand die Frage im Mittelpunkt, wie Künstliche Intelligenz die Entwicklung verlässlicher Software unterstützt. Die Wissenschaftler präsentierten Anwendungen aus Industrie und Gesundheitswesen. Von digitalen Laboren für die Entwicklung intelligenter Automatisierungslösungen bis hin zu KI-gestützten Anwendungen für interoperable Gesundheitssysteme. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung vertrauenswürdige und qualitativ hochwertige Software für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie für sicherheitskritische Anwendungsfelder besitzt.
Das Fraunhofer ITWM stellte aktuelle Investitionen in die Weiterentwicklung des Standorts sowie Forschungsarbeiten im Bereich nachhaltiger Mobilität vor. Die Minister erhielten Einblicke in den Ausbau des Technikums sowie in Projekte zur Entwicklung digitaler Zwillinge für Reifen. Mithilfe mathematischer Modelle und Simulationen sollen unter anderem Reifenabrieb und Mikroplastikemissionen künftig präziser vorhergesagt werden. Die Forschungsarbeiten leisten damit einen wichtigen Beitrag für nachhaltige Mobilität und ressourcenschonende Produktentwicklung. Text. sp. Symbolfoto. Pixabay. Frei.