Dann aber fällt ein zunächst fatal klingender Satz, der so nicht im Vorfeld kommuniziert wurde. Aber adhoc erst einmal alles in Frage stellt. Was soll dieser Termin denn überhaupt? Das Riesen-Bohei? Für wen und was? Es geht im Wesentlichen um den Großen Abendsegler. Eine fledrige Maus. In den 1980ern wart sie 1000-fach noch am nahen Ebenberg des nächtens gesehen. Anfang der 2000er nur noch 300-fach. Und seit 5 Jahren gar nicht mehr, hieß es vom NVS.
Die Denke und das Tellerrand-Schauen.
Auflauf-Mekka für etwas, das seit Jahren nicht mehr ist? 8,8 Hektar Schutzgebiet. Steuergeld-Zuschüsse im mittleren 5-stelligen Euro-Bereich mal eben so? Und das unter der Prämisse, dass man seit Jahren keinen Abendsegler mehr gesehen hat, der Schad-Insekte frisst, die nun mit Chemie bekämpft werden müssen? Kein Abendsegler, der durch das Huschen von Blüte zu Blüte selbige bestäubt, und, und, und …
Von Menschen mit langfristigem Denken ...
… auch jenseits der eigenen Zeit. Vom Zurückholen dessen, was die Südpfalz hat werden lassen, was bis heute noch immer naturnaher Raum ist. Ein Platz für und vor allem mit der Natur. Ein Schutzraum. Das ist unser Wucherpfund. (Noch) nicht mehr mit den Fledermäusen. Aber vielleicht bald wieder.
30 Jahre dranbleiben.
Frank und frei. Kaum einem Journalisten ist es im täglichen Hektik-Geschehen möglich, jahrelange, gar jahrzehntelange Prozesse im Blick zu behalten. Den teils längst verstorbenen Ehrenamtlichen ist es zu verdanken, dass sie rund 30 Jahre lang einen Traum hegten und letztlich umgesetzt bekommen haben. Am Ende auch gefördert durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD), zur Anfangszeit noch Bezirksregierung genannt.
Das Projekt. Das 8,8 Hektar große Areal zwischen Insheim und LDer Ebenberg war einst ein Schießstand-Gelände.
Dort haben sich nun die 2 bislang ansässigen Bogenschützenvereine und der NVS zusammengerauft. Um dem Großen Abendsegler wieder eine Landung und Heimstatt für die Nacht zu ermöglichen. In dem etwa 120 Meter langen 2 x 2 hoch/breiten Ziel-Zonen-Tunnel zu ermöglichen. So dass er nicht nur wieder ansässig, sondern auch wieder als Teil des Ökosystems seinen Dienst verrichten möge.
Anmerkung der Redaktion.
Wir verzichten hier bewusst auf Namensnennungen von Würdenträgern, Ihre Wortwahl bei ihren Ansprachen und Lobesworte. Wir von suewpress.de sind überzeugt von der Kraft des Ehrenamtes des Naturschutzverbandes Südpfalz, der sich über rund 2 Jahrzehnte hinweg nicht hat entmutigen lassen, dicke, ganz dicke Bretter auf allen Verwaltungsebenen zu bohren. Um eine Tür wieder aufzumachen. Ob da am Ende nicht doch wieder hindurch etwas einsegelt? Wer weiß …