Während die großartigen Bauten der Antike und die grandiosen Dome und Kathedralen des Mittelalters als Maß aller Dinge erachtet wurden, galten die Burgen als plump, klobig und wuchtig, weshalb sie in der Kunstgeschichte keine Beachtung fanden. In ihrer mystischen Eigentümlichkeit eigneten sie sich stattdessen hervorragend zum Schmelztiegel aller möglichen menschlichen Sehnsüchte, Träume und Begierden, vollgepackt und überfrachtet mit allen nur denkbaren Fantasien, aber stets dominiert und geleitet vom Bild des Kampfs und des Kriegs. Doch die „Forschungen" dieser Zeit wurden nicht von Archäologen und Bausachverständigen durchgeführt, sondern von Offizieren oder Philologen, die im Nachhinein oft haltlose Behauptungen aufstellten.
Der Vortrag von Dr. Joachim Zeune (Büro für Burgenforschung, Eisenberg-Zell, Deutsche Burgenvereinigung), „verfolgt die spannende Geschichte der Burgenrezeption vom ausgehenden Mittelalter bis hin zu Hogwarts und führt zugleich in die Methodik und den aktuellen Forschungsstand der modernen Burgenforschung ein. Text. sp.
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