Die eine Seite der Medaille.
Wohnmobilisten sind in der Regel alles andere als geldknapsende Menschen. Sie sind die Touristen 2.0. Sie bringen Geld in die Geschäfte der darbenden Kurstadt. Gut so. Der Wohnmobil-Stellplatz In den Schlossgärten zwischen Weinberg- und Luitpoldstraße liegt am Rande der Altstadt. Ideal, um das Städtele zu Fuß zu erkunden, einkaufen und essen zu gehen. Nicht umsonst haben die Stadt und die Stadtwerke die Fläche auf dem P-Platz für Wohnmobile vor wenigen Monaten in etwa verdoppelt. Das war eine gute Entscheidung. Nur ...
Die andere Seite der Medaille.
… wird die P-Platz-Suche für Anwohner, Geschäftsleute und vor allem ihrer Kunden derzeit immer nerviger. Bisweiliger Höhepunkt. Das aktuelle WE.
Die akute Situation.
Samstagmorgen. Kurz vor Ladenöffnungszeit. Der Wohnmobil-Stellplatz mit seinen 14 Plätzen ist voll belegt. Die Stellflächen für Pkws allerdings auch zum erheblichen Teil. Von Wohnmobilisten, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben. Die gesamte Ostseite des Pkw-P-Platzes, zirka 10 Pkw-Stellplätze, ist mit 5 oder 6 Wohnmobilen „besetzt“. Im sich davor befindlichen Teil des Pkw-P-Platzes gen Weinbergstraße stehen weitere 3 Wohnmobile. Und von der oberliegenden Luitpoldstraße, wo sich ein weiteres halbes Dutzend Wohnmobile niedergelassen hat, brauchen wir erst gar nicht anfangen. Insgesamt also das Doppelte an Wohnmobilen auf einem Flecken, der nur für die Hälfte Platz hat.
Die massive Verknappung hat mehrere Ursachen.
Eingedenk der Tatsache, dass ein Wohnmobil die Fläche von mindestens 2 normalen Pkw-P-Plätzen benötigt. War es am gestrigen Samstag folglich reine Glücksache, einen Platz für das eigene Auto zu bekommen. Nervig ohne Ende. Und wir hatten kein Glück. Schließlich geparkt, wo man nicht parken sollte. Aber das Geschäft in der Innenstadt will ja geöffnet werden ...
Über 40 Pkw-Plätze weniger in enger Altstadt.
Langes WE hin oder her. Die massive Verknappung an Pkw-Stellplätzen hat mehrere Gründe. Begonnen hat alles im Oktober vor einem Jahr. In der alten Druckerei in der Weinbergstraße war Sanierungsbeginn. Die Handwerker brauchen Platz für ihre Fahrzeuge und Maschinen. Über ein Dutzend Stellflächen weg. Danach folgte der Sanierungsbeginn des benachbarten Engel. Ein weiteres Dutzend Plätze weg. Dann die Erweiterung des nebenan liegenden P-Platzes In den Schlossgärten für Wohnmobile. Noch mindestens ein Dutzend vorherige Pkw-Flächen weg. Zuletzt noch der Sanierungsbeginn im unweit gelegenen alten Rathaus. 6 P-Plätze weg.
Unterm Strich. Über 40 Pkw-Plätze in der engen Innenstadt weniger für Anwohner, Gewerbetreibende und ihre Kunden im Alltag. Und mit dem Wohnmobilisten-Ansturm an diesem WE auf den Schlossgärten-Parkplatz wurden rund weitere 30 Pkw-Plätze von 15 „zu vielen“ Wohnmobilen belegt. Dass das für Unmut sorgt, sollte jedem klar sein. Und das im Vorhinein. Nochmal zum Abschluss. Gruß ins Schloss, dem Sitz des Ordnungsamtes.