Gut 30 Leute kamen, um das Angebot zu nutzen, wie „Centurio“ (Chef) Uwe Becker vom „Chapter RLP“ berichtet. Frisör-Meister Becker, der in BZA in der oberen Marktstraße sein Geschäft betreibt, hatte gestern bereits seinen zweiten Einsatz mit seinen Mitstreitern in diesem Jahr. Insgesamt waren 6 Frisöre im Einsatz. Dazu 5 „Orgas“ (Organisatoren/Helfer). 2 der 6 Frisöre waren aus Baden-Württemberg (MA und PF) angereist, wie Becker berichtet.
Der Einsatz habe sich auch gestern wieder gelohnt, schaut Becker zufrieden auf den Sonntag. Alle Kunden, „alle arm, wie eine Kirchenmaus“, so Becker, haben mit einem Lächeln und gestärktem Selbstwert-Gefühl dank anständiger Frisur das Jugendzentrum in LD wieder verlassen. Genau darum geht es der Initiative aus dem Frisör-Handwerk. Menschen, die sich keinen Haarschnitt leisten können, einen zu schenken und damit Lebensqualität.
Die Barber Angels in Deutschland sind nach Bundesländern/Regionen geordnet. Uwe Becker, der im elsässischen Weißenburg wohnt, ist Chef in RLP. In der Regel absolviert seine Truppe rund ein Dutzend Einsätze im Jahr, zumeist sonntags. Derzeit verfügt das „Chapter“ RLP über 8 Frisöre und hat 5 Anwärter, so Becker. Dazu kommen noch 8 „Orgas“ Helfer, die alles rund um den Einsatz vorbereiten und vor Ort präsent sind. Den nächsten Einsatz haben die Haarschneide-Engel im Mai in Kaiserslautern, so Becker. Am weitesten von zuhause weg werden die Barber Angels im Herbst in Koblenz Bärte trimmen und Haare schneiden.
Die Barber Angels.
Die Barber Angels sind eine Vereinigung von Frisören, die in Biberach an der Riß (Oberschwaben, BaWü) von Claus Niedermaier 2016 gegründet wurde, sich zunächst bundesweit und mittlerweile in etlichen Staaten weltweit ausgebreitet hat. Das Hauptziel ist, Armen und Bedürftigen den sprichwörtlichen ordentlichen Haarschnitt zu verpassen. Durch das proppere Aussehen steigt das Selbstbewusstsein. Schlichtweg das Gefühl wieder erleben zu dürfen, Mensch zu sein. Und das alles kostenfrei. An vielen WE im Jahr sind die Barber Angels in Suppenküchen, Obdachlosenheimen oder sonstigen Auffangstationen unterwegs, um Menschenwürde zu schenken. Für sein Engagement hat Gründer Niedermaier inzwischen das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Und dabei hilft eine bewusst gewählte Optik, sich den oft sehr mit Scham behafteten Kunden zu nähern. Das coole Rocker-Leder-Outfit. Es wirkt einfach kumpelhaft, lässt die oft so geschundenen Seelen eher Vertrauen fassen ... Text. rw.