Sie sitzt da seit dem gestrigen Dienstagnachmittag am senkrecht ausgerichteten Spiegel. Offensichtlich handelte es sich um eine eitle Insekten-Gestalt und betrachtet sich folglich gerne selbst. Denn am heutigen Mittwochabend, also 24 Stunden später, sitzt sie immer noch da. Und das bei einem Tierchen, das in der Fachwelt als beständig unruhig surrend beschrieben ist.
Sie lebt. Angestubst mit der Fliegenklatsche. Sie hat gezappelt. Mit den Vorderbeinen. Aber zuhauen? Nee. Das heißt ja Spiegel putzen. Also erst mal sitzen lassen. Vielleicht hat das schwirrende Viechlein einfach ein Feeling, rechtzeitig zu entfleuchen am morgigen Donnerstagmorgen beim Lüften. Im Moment hat sie den kühlsten Ort in der Redaktion. 23 Grad. Noch …