16.12.2025 - Handy-Einschränkung bei den “Großen”. Aber Internet-Tablets im Unterricht in der Grundschule.

Für über 130.000 Euro sollen in der Böhämmer-Grundschule in BZA Dutzende i-Pads von Apple angeschafft werden. Darüber hat der VG-Rat BZA am heutigen Abend im Bürgerhaus in Rechtenbach zu entscheiden.

Einfach mal nachgefragt. Von Robert Wilhelm.

BZA. Australien hat gestern gerade ein Social-Media-Verbot für Jugendliche auf den Weg gebracht, um selbige vor negativer Beeinflussung zu schützen. Der VG-Rat BZA befindet am heutigen Dienstagabend über die Anschaffung von weit über 100 neuen I-Pads für Grundschüler. Die Summe für die Anschaffung liegt jenseits der 130.000 Euro. Internetfähig, angeblich allerdings eingeschränkt. So die Antwort auf die Anfrage von suewpress.de. Das steht am heutigen Dienstagabend zur Entscheidung im VG-Rat BZA an, der ab 18 Uhr im Bürgerhaus in Rechtenbach am St.-Urbansplatz tagt. 

Lesezeit: 03:28 Minuten

Im Folgenden geben wir unsere Presseanfragen zum Thema mitsamt der Verwaltungsantworten der VG BZA im Wortlaut wieder. Unsere Wertung? Teils richtige Ansätze. Teils Geschwafel. Und das für über 130.000 Euro. Zumal niemand erklären kann, weshalb Grundschüler mit I-Pads in der Schulzeit unterwegs sind und die fortgeschrittenen Schüler in den weiterführenden Schulen massiv in der Nutzung ihrer Handys eingeschränkt sind.

Zu den Fragen und Antworten zur i-Pad-Nutzung in Grundschulen.

Frage 1. 
Zu welchem Zweck werden die iPads angeschafft?

Antwort der VG-Verwaltung BZA als Schulträger der Grundschule. 

„Die Geräte dienen der Unterstützung des Lernens in zentralen Kompetenzbereichen: Sprache, Lesen, Schreiben und Mathematik.

Sie ersetzen keinen Unterricht mit Papier und Stift, sondern ergänzen ihn gezielt. Typische Einsatzfelder sind digitale Leseförderung (z. B. Lautlese-Apps), differenzierte Übungen in Mathematik, Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache, Audioaufnahmen für Feedbackprozesse sowie einfache Rechercheaufgaben.
Zudem erfüllen wir damit die Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz zur Medienkompetenz im Primarbereich.“

Frage 2. 
Wurde das evaluiert?

Antwort der VG-Verwaltung BZA.
„Ja. Zum einen orientieren wir uns an den Ergebnissen bundesweiter und internationaler Studien (z. B. StEG, ICILS, Meta-Analysen zu adaptiven Lernsystemen und Feedbackeffekten).

Zum anderen evaluieren wir schulisch intern: Nutzungsroutinen, Lernfortschritte in digitalen Förderprogrammen sowie Rückmeldungen von Lehrkräften. Die Rückmeldungen zeigen, dass iPads besonders in der individuellen Förderung und Diagnostik wirksam eingesetzt werden können.“

Frage 3. 
Gibt es Studien, die belegen, dass iPads beim Lesen/Rechnen/Schreiben helfen?


Antwort der VG-Verwaltung BZA.
„Es gibt deutliche Hinweise: Adaptive Lernsoftware zeigt nachweisbare Effekte auf Lernzuwächse in Mathematik und Lesen (z. B. bei individuell abgestimmten Übungen mit sofortigem Feedback). Studien zu digitalen Lesetrainern zeigen Verbesserungen im Bereich Leseflüssigkeit.
Für den Schriftspracherwerb gilt weiterhin: Schreiben mit der Hand bleibt zentral. Digitale Geräte ergänzen diesen Prozess, etwa durch Lautgebungsverstärkung oder digitale Wörterbücher. Wichtig ist: iPads sind kein Ersatz für grundlegende Kulturtechniken - sie unterstützen Differenzierung und Diagnostik.

Frage 4. 
Was sollen Computer in den Grundschulen in den Anfangsklassen?

Antwort der VG-Verwaltung BZA.
„In den Klassenstufen 1 und 2 geht es nicht um „Computerunterricht", sondern um:
. Sprachförderung (z. B. Hörübungen, Wortschatztraining),
. motorisch einfache Lern-Apps zur Automatisierung,
. Unterstützung bei heterogenen Lerngruppen,
. erste Medienbildung (z. B. Umgang mit Bildern, Tonaufnahmen).

Darüber hinaus orientieren wir uns fachlich an dem Rahmenkonzept Medienbildung des Landes: Der MedienkomP@ss Rheinland-Pfalz sieht ausdrücklich vor, schon in der Grundschule schrittweise digitale Kompetenzen aufzubauen - z. B. Grundlagen im Umgang mit Medien, reflexives Handeln, Datenschutz und verantwortungsvoller Mediengebrauch. (Bildungsserver RLP) Zudem nutzen wir 2P Primar als Diagnose- und Fördersoftware, um gezielt Lernstände in Deutsch und Mathematik zu erfassen und entsprechende Förderung passgenau zu steuern. (Bildungsserver RLP)“

Frage 5. 
Sind die Geräte internetfähig?

Antwort der VG-Verwaltung BZA.
„Ja, aber mit stark eingeschränktem und gefiltertem Zugang.
Die Verwaltung erfolgt zentral durch den Schulträger über ein Mobile-Device-Management, das nur freigegebene Apps zulässt und den Internetzugang kindgerecht filtert. Eigene Installationen sind nicht möglich.“

Frage 6. 
Nehmen die Kinder die Geräte mit nach Hause?

Antwort der VG-Verwaltung BZA.
„Nein. Die iPads bleiben in der Schule. Sie sind Arbeitsgeräte, die im Unterricht, in Förderstunden und in der Ganztagsschule genutzt werden.“

Frage 7. 
Warum iPads und nicht günstigere Tablets anderer Hersteller?

Anwort der VG-Verwaltung BZA.
„Die Entscheidung liegt beim Schulträger und beruht auf mehreren Faktoren:
Stabilität und Zuverlässigkeit: iPads haben im Schulbetrieb die geringsten Ausfallraten.
Lange Updatefähigkeit: Apple bietet im Durchschnitt über viele Jahre Systemupdates an - günstige Modelle anderer Hersteller sind schneller veraltet.
Einheitliches MDM: Die Geräte lassen sich sehr sicher und effizient verwalten (Sperrungen, App-Beschränkungen, Datenschutz).
Kompatibilität mit Lehr-Apps: Viele pädagogisch etablierten Programme sind für iPads optimiert.
Serviceaufwand: iPads verursachen in Schulen nachweislich weniger Administrationsaufwand.
Auf lange Sicht sind sie dadurch oft wirtschaftlicher als günstigere Alternativen.
Zudem gibt es Rahmenverträge, die das Bildungsministerium geschlossen hat. Hierüber können die digitalen Endgeräte (u.a. iPads) zu günstigeren Konditionen erworben werden.
Alternative Tablets werden über den Rahmenvertrag nicht zu günstigeren Konditionen angeboten.“ 

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