Die Veranstaltung mit Grußworten, einer Andacht und einer Kranzniederlegung beginnt um 13:30 Uhr an der Gedenkstätte des Pfalzklinikums in Klingenmünster (Weinstraße 100).
Von Hungerleid und Übersterblichkeit.
Zentrales Thema der diesjährigen Gedenkveranstaltung ist das Hungerleid der Patienten in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster. Auch nach der Befreiung von Auschwitz war das Hungern noch nicht vorbei. Ärzten und Pflegepersonal hatten eine überwiegend nationalsozialistische Gesinnung und blieben nach dem Krieg im Dienst.
Noch bis 1949 gab es eine deutliche Übersterblichkeit. Schätzungen zufolge kamen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 59 Prozent aller Patienten zu Tode. Sie erhielten pro Tag nicht mehr als ein paar Salatblätter, Kartoffelschalen und etwas Brot. Eine übermäßige Medikamentengabe führte auch dazu, dass Patienten gar nicht mehr in der Lage waren, zu essen. Bei der Veranstaltung wird ein so genannter „Hungerteller“ gezeigt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Ausstellung NS-Psychiatrie in der Pfalz im Alleehaus zu besuchen.
Gedenkabend in LD. Im Alten Kaufhaus.
Ein Bündnis aus mehreren Veranstaltern gedenkt am Abend des 27. Januar ebenfalls der Opfer des NS-Schreckensregimes in Landau. Die Gedenkveranstaltung der Stadt Landau beginnt um 18 Uhr im Alten Kaufhaus. Unter anderem sprechen Helge Fani vom Ausschuss für Gedenkarbeit des Pfalzklinikums sowie Schüler der Nardini-Pflegeschule am Vinzentius-Krankenhaus Landau unter der Leitung von Monika Vogler über die Opfer der NS-Psychiatrie in der Südpfalz. Auch zu dieser Veranstaltung sind alle Interessierten herzlich willkommen. Text. sp.