Die Endlichkeit des Lebens.
In seiner Begrüßung sagte Bischof Wiesemann, dass dieses Fest einen Umbruch im Leben Marias und aller Menschen markiere, die aus Enge und Bedrängnis kommend in den Himmel und auf das Heil schauten. Sinnbildlich hierfür sei an diesem Tag das große, schwere Hauptportal des Doms weit geöffnet.
Der Bischof vertiefte in seiner Predigt den Gedanken an den Umgang mit Schmerz und Verlust. Er schilderte, wie vor fünf Jahren, nach dem plötzlichen Tod seines Schwagers, eines von dessen Enkelkindern gefragt habe, ob der Opa im Himmel wohl noch seinen Schnurrbart habe. Diese Kinderfrage bringe den Kern des christlichen Glaubens auf den Punkt. Jeder Mensch ist kostbar und einzigartig. Er wird von Gott als konkrete Person mit Leib und Seele bewahrt, mit allem, was ihn als Menschen ausgemacht hat. „Die Hoffnung bezieht sich auf den konkreten Menschen, weil auch die Liebe in den konkreten Menschen hineingeht", sagte Wiesemann.
Mehr als nur Moleküle im Universum.
Dagegen sei der Glaube an ein Weiterleben in Erinnerungen oder als Moleküle im Universum nur ein schwacher Trost. Die christliche Hoffnung gehe darüber hinaus, führte Wiesemann weiter aus. Das, was im Leben unvollendet und abgebrochen sei, was an Wunden und Verletzungen nicht habe geheilt werden können, das werde bei Gott vollendet. Es könne im Hier und Jetzt bereits als große Entlastung wirken, zu wissen, „das Abgebrochene, das Unvollendete, ich muss das nicht alles allein machen". Dies bedeute auch, Frieden mit der Endlichkeit des eigenen Lebens machen zu können. Da, wo die Endlichkeit des Lebens nicht akzeptiert werde und die Menschen sich gottgleich machen, da entstehe eine Selbstherrlichkeit, die in der Autokratie münde und Unfrieden in die Welt trage.
Am Festtag der Aufnahme Mariens in den Himmel komme zum Ausdruck: Maria, die den gewaltsamen Tod ihres Kindes miterleben musste, hat auch die Hoffnung der Auferstehung erfahren. Dadurch könne sie zum Zeichen der Hoffnung und des Trostes werden.
Bastian Fuchs ist neuer Domorganist.
Im Rahmen des Pontifikalamtes wurde der neue Domorganist Bastian Fuchs von Domdekan Dr. Georg Müller offiziell im Amt begrüßt. Trotz seiner jungen Jahre bringe er schon einiges an Erfahrung mit; zudem einen bayerischen Zungenschlag, der jedoch gut in das Bistum SP passe, das Teil des bayerischen Erzbistums Bamberg ist. Als Willkommensgeschenke erhielt er, neben einer kleinen Orgelpfeife, auch ein Flasche Domwein, die ihm verdeutlichen solle, „dass er von einer Bier- in eine Weinregion gewechselt ist", wie Domdekan Dr. Müller anmerkte.
Der Domchor.
Außer durch den Domorganisten wurde der Gottesdienst vom Domchor und dem Jugend-Kathedral-Chor musikalisch gestaltet. Es erklangen Teile der Messe „Salve Regina" von Wolfram Menschig, das Stück „Ave Verum Corpus" von Edward Elgar und eine Komposition für Bläser und Orgel „O Königin voll Herrlichkeit" des neuen Domorganisten Bastian Fuchs. Den Schlusspunkt war die Statio vor dem Gnadenbild der Muttergottes mit dem mittelalterlichen Hymnus „Salve Regina".
Im Rahmen des Gottesdienstes wurden die Kräuter- oder Würzwische gesegnet, welche die Menschen mit in den Dom gebracht hatten. Diese zeigten, „was uns schon jetzt für Leib und Seele an Schönem im Leben geschenkt ist", so Bischof Wiesemann.
Stimmungsvoller Abschluss mit Andacht und Lichterprozession.
Den stimmungsvollen Schlusspunkt des Festtages bildete die abendliche Andacht unter der Leitung von Pfarrer Thomas Ott. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Chor der Dompfarrei Pax Christi und die Dombläser. In ihrer Predigt stellte Kerstin Fleischer, Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum SP, die Liebe Gottes, die Würde des Menschen und die Kraft des Vertrauens in den Mittelpunkt. Text. sp.