Über 50 Kinder täglich Opfer von Missbrauch.
Den fachlichen Auftakt gestaltete Franziska Bürker, Expertin für Kinderschutz. Sie stellte aktuelle Zahlen vor und machte deutlich, dass in Deutschland durchschnittlich 54 Kinder und Jugendliche täglich Opfer sexuellen Missbrauchs werden. Dabei handelt es sich jedoch nur um das sogenannte „polizeiliche Hellfeld", also um Fälle, die tatsächlich angezeigt werden.
In ihrem Vortrag erläuterte Bürker mögliche Warnsignale sowie wichtige Hinweise zur Prävention. Sie machte deutlich, dass Gefahren nicht nur im digitalen Raum bestehen. Auch scheinbar harmlose Dinge wie Freundschaftsbücher oder personalisierte Kleidung können persönliche Informationen über Kinder preisgeben.
Vorsicht. Keine Suggestivfragen.
Ein wichtiger Hinweis der Expertin betraf den Umgang mit möglichen Verdachtsfällen: Eltern und Fachkräfte sollten keine Suggestivfragen stellen, da diese Aussagen von Kindern beeinflussen können und im schlimmsten Fall vor Gericht nicht mehr verwertbar sind. Stattdessen sollten Kinder die Möglichkeit erhalten, frei zu erzählen, während Erwachsene aufmerksam zuhören.
Mitarbeiter haben Meldepflicht.
Im Anschluss gab Christian Stecker vom Kreiselternausschuss SÜW einen Überblick über Meldewege und wichtige Anlaufstellen. Er betonte, dass insbesondere Fachkräfte verpflichtet sind, Verdachtsfälle zu melden. Sollte ein Träger Hinweise nicht ausreichend ernst nehmen, steht Fachkräften ebenso wie Eltern auch der direkte Weg zur Polizei offen.
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft.
Einblicke in die Arbeit der Strafverfolgung gab anschließend Elsa Collenburg, Staatsanwältin. Sie erläuterte den Ablauf eines Verfahrens von der ersten Meldung bis hin zu einem möglichen Gerichtsprozess und wies darauf hin, dass betroffene Familien eine kostenfreie psycho-soziale Prozessbegleitung in Anspruch nehmen können.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Jasmin Pohl vom Stadtelternausschuss Trier.
Spende an Verein Gegen Missbrauch.
Aufgrund der hohen Anmeldezahlen war für die Durchführung der Veranstaltung ein kostenpflichtiges Meeting-Tool-Upgrade für rund 160 Euro erforderlich. Am Ende der Veranstaltung riefen die Organisatoren zu freiwilligen Spenden auf. Bereits am Veranstaltungsabend gingen 550 Euro ein. Der über die entstandenen Kosten hinausgehende Betrag wird an den Verein Gegen Missbrauch weitergeleitet. Teilen die Veranstalter mit. Text. sp. Foto. Frei.