19.06.2025. Fronleichnam. Hunderte pilgern durch die Stadt. Zum Dom.

Station vor dem Dom mit Blumenteppich zum Motto „Pilger der Hoffnung". Bistum SP. Klaus Landry. Pressefrei.

SP. Mit mehreren hundert Menschen feierte Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann mit allen Gemeinden der Dompfarrei Pax Christi in SP das Fronleichnamsfest. Die Feier, die unter dem Leitwort des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung" stand, begann mit einem festlichen Gottesdienst in der Kirche St. Joseph, an dem auch Vertreter des Domkapitels sowie Seelsorger der Pfarrei teilnahmen.

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Zu Beginn begrüßte Bischof Wiesemann zunächst die Kommunionkinder. An sie gewandt, erläuterte er die Besonderheit des Hochfestes Fronleichnam. „Die liturgische Feier ist fast wie eine Demonstration, jedoch ohne Plakate, sondern nur mit einem kleinen Stück Brot, das wir vor uns hertragen", erklärte der Bischof. „Wir glauben, dass in diesem kleinen Stück Brot Gott selbst gegenwärtig ist und uns Nahrung für unser Leben schenkt."

Pilger der Hoffnung.

In seiner Predigt nahm Bischof Wiesemann Bezug auf das Motto des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung", das zugleich Leitwort für das diesjährige Fronleichnamsfest in SP war. „Dieses Motto ist in unserer Zeit von großer Bedeutung, denn wir wissen nicht, wie der Weg dieser Welt weitergehen wird", sagte Wiesemann. „Hoffnung zu haben, ist eine Herausforderung, und hier kommt unser Glaube ins Spiel. Wir setzen nicht nur auf den Menschen, sondern auch auf Gottes Gegenwart in unserer Zeit", erklärte der Bischof.

Die Fronleichnams-Prozession sei Ausdruck dieser Hoffnung, dass Gott mit uns geht. In dieser Hoffnung wollte man alle mitnehmen in dieser Zeit mit ihren unglaublichen Herausforderungen. Diese Hoffnungsbotschaft habe Gott den Christen ins Herz geschrieben und schenke Kraft und Nahrung in der Eucharistie.

Bereits im Alten Testament gebe es Vorahnungen der Eucharistie, Szenen, in denen Gott den Menschen Wegzehrung und Kraftquelle schenkt, sagte der Bischof. So sei da der Prophet Elia. In einem Moment der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit bekommt er Brot von einem Engel. Diese Nahrung gibt ihm Kraft für einen 40-tägigen Marsch durch die Wüste. Die Geschichte von Elia erinnere ihn auch an Situationen seines Lebens, sagte Wiesemann. Elia habe glanzvolle Zeiten des Glaubens erlebt, bis politische Veränderungen die Situation grundlegend veränderten.

Missbrauch und Aufarbeitung.

In einer Biographie habe er beim Studium in Rom das Pontifikat von Johannes Paul II. erlebt, später dann die Offenbarung und Aufarbeitung des Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche. Gerade sei dazu im Bistum SP der erste Teil einer Studie zu diesem Thema erschienen. Bei Elia folgen dem Wandel Selbstzweifel und Depression. Demütig, aber mit einer unglaublichen inneren Kraft, erlebt Elia Gott nicht mehr im Feuer und Sturm, sondern nun im leisen Säuseln des Windes.

Das Manna Gottes. Und das Murren des Volkes.

Das Manna, das Gott dem Volk Israel in der Wüste gab, ist ein weiteres Beispiel. Nach der Befreiung durch Moses begann das Volk in der Wüste zu murren und sehnte sich zurück nach den Fleischtöpfen Ägyptens. Auch hier stellte Bischof Wiesemann wieder einen Bezug zur Gegenwart her: „Freiheit ist schwer, und es ist verlockend, sich nach alten Konzepten zurückzusehnen." Menschen riefen heute wieder nach starken Führern und dachten: Hauptsache, ich komme zurecht, alle anderen sind mir egal. Das Manna, die Nahrung, die Gott seinem Volk nach der Flucht aus der Sklaverei in Ägypten in der Wüste schenkte, stehe für die Herausforderung, den Versuchungen der Zeit nicht nachzugeben.

Die Speisung der 5000. Und ihre Missinterpretation.

Und in der neutestamentlichen Geschichte der wundersamen Brotvermehrung zeige, wie schnell Handeln missverstanden werden könne. Nachdem Jesus die 5000 Menschen ernährt, wollen sie ihn zum König machen, „damit sie alle immer gut versorgt sind und alles in Ordnung ist", erläuterte Bischof Wiesemann den Text aus dem 6. Kapitel des Johannes-Evangeliums. Jesus fühlte sich dadurch zutiefst missverstanden und erklärte den Menschen, er selbst sei das Brot und gebe sein Leben, seine Freiheit für die Menschen hin. „Wenn wir diese Erkenntnis mit allen teilen, gehen wir als Pilger der Hoffnung durch diese Welt", schloss Bischof Wiesemann seine Predigt.

Am Ende des Gottesdienstes dankte er allen Beteiligten der Gemeinden der Dompfarrei Pax Christi. Insbesondere würdigte er die musikalische Gestaltung durch die Chorgemeinschaft, bestehend aus der Domgemeinde, St. Joseph und St. Konrad, unter der Leitung von Monika Keggenhoff sowie einer Streichergruppe unter der Leitung von Sabine Diven und Klaus-Georg Hoffmann. Es erklang unter anderem die „Missa brevis" von Joseph Haydn. Die Orgel in St. Joseph spielte Bernhard Sommer und die Domorgel der Assistent der Dommusik Frederic Beaupoil. Text. is. 

Im Netz.

https://www.youtube.com/watch?v=UMpls_AccmE

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