Urlaubsregion Richtung Natur optimieren.
„Jede Gruppe hat einen Schwerpunkt und ich bin froh, dass alle an einem Strang ziehen bezüglich Windkraft im Biosphärenreservat", führte Manfred Schary (Wählergruppe Schary) in das „Gespräch mit unseren drei Fraktionen" ein. Tourismus sei immer mehr in Verbindung mit Naturschutz zu sehen, betonte er. Das bestätige die Resonanz von Seiten der Besucher. Dementsprechend sei der Naturschutz auch ein gutes Argument bei der Vermarktung der Tourismusregion SWP. In Hinterweidenthal, habe man beispielsweise eine „Insekteninsel" geschaffen und Weiteres sei in Vorbereitung.
Patrick Weißler, Bürgermeister der VG Hauenstein, verwies auf den neu gegründeten Tourismusverein, der sich unter anderem zur Aufgabe gemacht habe, die Urlaubsregion „noch mehr Richtung Natur zu optimieren". Dazu habe es gute Gespräche gegeben und neue Konzepte seien erarbeitet worden oder in Vorbereitung. Eines davon betreffe aktuell den Hermersbergerhof, Annexe von Wilgartswiesen.
Landleben vermitteln. Windkraft fehl am Platz.
„Jedes Jahr ist in einer anderen Ortsgemeinde eine Aktion geplant", ergänzte Hermann Rippberger (Freie Wähler, Erster Beigeordneter der VG und Bürgermeister der Gemeinde Lug). Und Manfred Schary fügte an, „dabei soll jede Gemeinde gleich behandelt werden und profitieren. Die ‚Premium-Wanderwege' werden super angenommen, das wird von verschiedenen Seiten bestätigt". Man wolle „Leuten aus der Stadt ‚Landleben' vermitteln". Windkraft sei hier „fehl am Platz".
Frei- und Hallenbad sind wichtige Infrastruktur.
„Wir haben zwei wunderbare Bäder, ein Freibad das von allen Seiten gelobt wird und das Hallenbad", sprach Patrick Weißler an. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit das Hallenbad zu erhalten, da besteht Einstimmigkeit. Wir wollen allen unseren Kindern ermöglichen, Schwimmen zu lernen, trotz dem hin und her mit den kommunalen Finanzproblemen." Es gelte die alte Technik auf den neuesten Stand zu bringen sowie um energetische Optimierung. Dazu hätten „die Handwerker eine starke Leistung erbracht". Weil man sich entschieden habe, das Bestehende weitmöglichst zu erhalten, lägen die Kosten deutlich unterer denen für einen Neubau. „Wir machen nichts kaputt was funktionieren könnte", präzisierte Alexander Scheib (Wählergruppe Hääschde).
Sanierungsstau wegen Sparzwangs.
Es habe ein riesiger Sanierungsstau bestanden, zu dem es „wegen dem Sparen" gekommen sei, warf Hermann Rippberger ein. „Auch mir persönlich ist ganz wichtig, dass unsere Schulkinder Schwimmen lernen." Zudem seinen Frei- und Hallenbad „wichtige Infrastruktur für Junge Familien, und Junge Familien brauchen wir wenn wir prosperieren wollen", schloss sich Alexander Scheib an.
Feuerwehren bekommen, was sie brauchen.
„Die Feuerwehren bekommen , was sie brauchen, auch da sind wir uns einig", leitete Patrick Weißler zum nächsten Thema über. Das Erforderliche für die Löscheinheit Hermersbergerhof habe man pragmatisch und bürokratiearm lösen können. In Hinterweidenthal und im Luger Tal stünden Neubauten von Feuerwehrhäusern an. „Die Beschlüsse im Gemeinderat sind gefasst. Wir sind in den Genehmigungsprozessen, und die dauern zu lang. Überall wird von ‚Bürokratieabbau' geredet. Leider merkt man noch nichts." Hermann Rippberger bestätigte. „Es wird ‚Verwaltungsvereinfachung' gemacht in dem die Verwaltung weiter aufgebläht wird."
Schulen und ÖPNV relevant für Wohnortqualität.
„Wenn Hinterweidenthal Schulträger bleiben will, ist das in Ordnung, wenn nicht, sind wir bereit." Es gebe ein klares Bekenntnis zu den Schulstandorten, auch weil diese relevant für die Wohnortqualität seien, wurde einvernehmlich betont. Die Schulumlage bleibe „wie gehabt".
Bürgerbusse sollen ÖPNV ergänzen.
Der ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) stehe im Focus und soll durch Einrichtung von „Bürgerbussen" ergänzt werden. „Am 12. Mai geht's los", kündigte Bürgermeister Weißler an. „Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir das hinkriegen. Mehr Fahrer zu finden wird eine Aufgabe sein. Die Kosten sind überschaubar und werden 10.000 Euro nicht übersteigen." Es sei ein Service von Haustüre zu Haustüre geplant, der zudem einen sozialen Aspekt habe. „Fahrgäste und Fahrer kennen sich persönlich."
Ärztliches Versorgungszentrum zur Daseinsfürsorge.
Wichtiger Teil der Daseinsfürsorge sei die medizinische Versorgung. Dazu habe man gemeinsam mit der VG Dahner Felsenland das „Ärztliche Versorgungszentrum" auf den Weg gebracht (wir berichteten). Ortsansässige Ärzte hätten Interesse signalisiert. Es werde ab dem vierten Jahr schwarze Zahlen schreiben, erwarte man. „Das kann nicht scheitern", gab sich Hermann Rippberger überzeugt. „Zwar ist es eine ‚Freiwillige Leistung' und keine Aufgabe der VGs, aber wir sehen das als so wichtig an, dass es kommen muss."
Notwendiges muss finanziert werden können.
„Daseinsfürsorge muss finanziert werden können. Wir sind mündig. Gebt uns das Geld das wir brauchen. Wir bekommen immer mehr Aufgaben auf's Auge gedrückt, ein enormer Zuwachs in jedem Fachgebiet. Verwaltung wird immer aufwendiger. Kommunen kommen an Belastungsgrenzen", hob emotional Patrick Weißler hervor. Hermann Rippberger fügte an. „Die Leute in Landes- und Bundesregierung sind sich nicht bewusst was abgeht." Die ‚Große Politik' muss den Mut haben, das Problem anzugehen."