Die damalige Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster war keine Tötungsanstalt, aber von hier aus wurden 223 Patienten in Tötungsanstalten verlegt. Zudem starben
in den Jahren 1939 bis 45 insgesamt 1738 Patienten gezielt durch Nahrungsentzug an Hunger. Am Montag, 27. Januar, dem 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, gedachte das Pfalzklinikum am frühen Nachmittag der Opfer der NS-Psychiatrie.
Nach Kriegsende blieb die „Übersterblichkeit“.
Zentrales Thema der diesjährigen Gedenkveranstaltung war das Hungerleid der Patienten in der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster. Auch nach der Befreiung von Auschwitz war das Hungern noch nicht vorbei. Ärzte und Pflegepersonal hatten eine überwiegend nationalsozialistische Gesinnung und blieben nach dem Krieg im Dienst. Noch bis 1949 gab es eine deufliche Übersterblichkeit. Schätzungen zufolge kamen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 59 Prozent aller Patienten zu Tode. Text. sp.