28.03.2025. Zweite Rheinbrücke. Studie vorgelegt.

Zwischen KA und Südpfalz gibt es nur eine Brücke, die den Rhein überspannt. Seit Jahren wird über eine zweite Verbindung diskutiert.

KA. In einem Vergleich mit der Stadt KA und dem BUND Landesverband Ba-Wü zum Planfeststellungsbeschluss „Bau einer zweiten Rheinbrücke zwischen KA und Wörth im Zuge der B 10" hatte sich das Land Ba-Wü unter anderem dazu verpflichtet, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die Möglichkeiten zur Stärkung des ÖPNV über den Rhein hinweg untersucht.

Lesezeit: 03:41 Minuten

Die Machbarkeitsstudie zur Stärkung des rheinquerenden Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) wurde unter Berücksichtigung aller Verkehrsträger und in enger Abstimmung mit den Vergleichspartnern konzipiert. Nach Vorstellung der Ergebnisse hat Ministerialdirektor Berthold Frieß das Gutachten in KA an den BUND, Landesverband Ba-Wü und die Stadt KA im Beisein von Vertretern des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität RLP und des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr RLP Süd (ZÖPNV Süd) übergeben.

Kosten und Auswirkungen betrachtet.

Die Beratungsfirma Ramboll hat im Auftrag des Verkehrsministeriums eine Vielzahl unterschiedlichster Maßnahmen zur Stärkung des ÖPNV untersucht. Im Blick hatten die Fachleute dabei Umsetzbarkeit sowie voraussichtliche Kosten und Auswirkungen auf den rheinquerenden Verkehr in einem Korridor von Iffezheim im Süden bis GER im Norden. Hierbei wurden neben Bestandteilen zur Angebotsverbesserung im ÖPNV auch weitere Instrumente zur Stärkung des Umweltverbundes sowie zur Steuerung der Nachfrage nach umweltfreundlichen Mobilitätsalternativen untersucht. Letztere umfassen zudem auch Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs.

Szenarien mit dem besten Umsetzungspotential.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden drei Szenarien betrachtet.
1. Maximum ÖPNV
2. Push & Pull-Szenario
3. Entwicklungsszenario (Kombination aus 1 & 2)

Dabei konnten einige grundsätzlich für die Stärkung des rheinquerenden ÖPNV geeignete Maßnahmen dokumentiert werden. Fünf Maßnahmen sind dabei hervorgehoben.

  • Etablierung Expressbus Herxheim-KA

  • Einrichtung von On-demand-Angeboten

  • Ausbau des Stadtbahnangebots zwischen GER und KA

  • Ausweitung von innerorts Tempo-30

  • Einführung eines Mobilitätspasses

Statements zur Studie.

OB Dr. Frank Mentrup. „Mit der Machbarkeitsstudie haben wir den Beleg, dass weitere Maßnahmen zur Stärkung des rheinquerenden ÖPNV möglich sind, die auch unsere Straßeninfrastruktur entlasten können. Die Hauptherausforderung besteht darin, eine breit getragene, verlässliche Finanzierung des jetzigen ÖPNV-Angebots zu gewährleisten und Spielräume für qualitative Verbesserungen zu eröffnen. (...)

Die zweite wichtige Erkenntnis ist, dass es bei der Bewertung von Straßenbaumaßnahmen sinnvoll ist, immer die Möglichkeiten eines gestärkten ÖPNV mitzudenken. Mit einem solchen ganzheitlichen Bewertungsmaßstab in Mobilitätsfragen könnten Straßenbaumaßnahmen schlanker dimensioniert werden oder sich im Einzelfall sogar erübrigen. Ein konkretes Beispiel ist hier die geplante Querspange zwischen der zweiten Rheinbrücke und der B 36, die aus meiner Sicht auch zweistreifig vorstellbar wäre."

Ministerialdirektor Berthold Frieß. „Mit dem Gutachten haben wir einen wesentlichen Baustein des Vergleichs zum Bau der zweiten Rheinbrücke in KA erfüllt. Gemeinsam mit dem BUND, dem KAer Verkehrsverbund (KVV), dem ZÖPNV-Süd sowie unserer landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft (NVBW) haben wir nun einen klaren Überblick über weitere Potenziale des öffentlichen Verkehrs über den Rhein hinweg erarbeitet. Entscheidend ist dabei, dass die einzelnen Maßnahmen sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und ausreichend finanziert werden. Insbesondere die derzeit unzureichende Schieneninfrastruktur am Bahnhof Wörth muss dringend verbessert werden (...)"

Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Ba-Wü. „Die Machbarkeitsstudie bestätigt, dass insbesondere so genannte Push-Maßnahmen, wie die Einführung eines Mobilitätspasses sowie flächendeckend Tempo 30 innerorts, wirksam und erforderlich sind. Auch belegt sie den volkswirtschaftlichen Nutzen der empfohlenen Maßnahmen. Unter anderem mehr Klimaschutz und weniger Unfallfolgekosten. Insgesamt beziffert die Studie diesen Wert auf 126 Millionen Euro pro Jahr. Bei jährlichen Betriebskosten von rund 6 Millionen Euro. Das empfohlene Maßnahmenpaket der Machbarkeitsstudie sehen wir deshalb als dringenden Handlungsauftrag auf allen politischen Ebenen. (…)

SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt, Verbandsvorsteher ZÖPNV-Süd. „Die Verbesserung der Verknüpfung der südlichen Pfalz und der Ziele im Bereich der Stadt KA ist eine Daueraufgabe. Mit einer Verbesserung des ÖPNV wollen wir als Zweckverband ÖPNV RLP Süd unseren Teil dazu beitragen, dass auch Menschen ohne Zugang zum motorisierten Individualverkehr bessere Mobilitätschancen erhalten. In den letzten Jahren wurde das Angebot im Schienenverkehr stetig ausgebaut, es wird auch weiter ausgebaut – zum kommenden Jahresfahrplan im Dezember werden weitere Zugangebote ergänzt -, jedoch stoßen wir nun an die Grenze dessen, was finanziell leistbar und infrastrukturell möglich ist.

Deshalb sind wir dankbar für die wichtigen Impulse aus der Studie – sie decken sich mit unseren Zielsetzungen. Sie bestärken uns darin, uns auch bei der künftigen Bundesregierung mit Nachdruck für den Ausbau der Bahnstrecke LD-Wörth einschließlich der Beseitigung der Engpässe in dem südpfälzischen Bahnknoten Wörth einzusetzen (…) Diesen Weg wollen wir weiter gehen. Langfristiges Ziel bleibt der vollständige zweigleisige Ausbau der Strecke LD-Wörth-KA ohne behindernde Nadelöhre im Bahnhof Wörth und Richtung Winden/LD und die Vollelektrifizierung der Strecke". Text. sp.

Vorstellung des ÖPNV-Gutachtens zur zweiten Rheinbrücke (v.l.n.r.). Michael Frömming (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität - RLP), Dietmar Seefeldt (Landrat Kreis SÜW), OB Dr. Frank Mentrup, Berthold Frieß (Ministerialdirektor Ministerium für Verkehr Ba-Wü) und Martin Bachhofer (BUND Ba-Wü). Foto. Stadt KA. Georg Hertweck. Pressfrei.
Vorstellung des ÖPNV-Gutachtens zur zweiten Rheinbrücke (v.l.n.r.). Michael Frömming (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität - RLP), Dietmar Seefeldt (Landrat Kreis SÜW), OB Dr. Frank Mentrup, Berthold Frieß (Ministerialdirektor Ministerium für Verkehr Ba-Wü) und Martin Bachhofer (BUND Ba-Wü). Foto. Stadt KA. Georg Hertweck. Pressfrei.

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