29.01.2026 - Gegen das Vergessen.

Am Dienstagvormittag legten die beteiligten Organsationen am Mahnmal für die Opfer des Faschismus auf dem LDer Hauptfriedhof einen Kranz nieder. Am Abend folgte die Gedenkveranstaltung im Alten Kaufhaus. Foto. Stadt. LD. Frei.

LD. Gegen das Vergessen – für Verantwortung, Demokratie und Menschenrechte heute und morgen. Anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erinnerte die Stadt LD am Dienstag an die Opfer und die Verbrechen des nationalsozialistischen Terrorregimes. 

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Ein breites Bündnis aus Veranstaltern lud zu einer Gedenkveranstaltung in das Alte Kaufhaus ein. Im Mittelpunkt der diesjährigen Erinnerungsarbeit stand die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in der Südpfalz sowie das fortgesetzte Unrecht, das viele von ihnen auch nach 1945 erfahren mussten.

In seiner Begrüßung machte OB Dominik Geißler deutlich, dass das Erinnern an Auschwitz untrennbar mit der Verantwortung für Gegenwart und Zukunft verbunden sei. Die Verfolgung der Sinti und Roma, auch in der eigenen Region, dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen sei es notwendig, jeder Form von Fremdenfeindlichkeit und jeder Politik der Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. „Was damals geschehen ist, darf und wird nicht vergessen werden“, betonte der OB.

Auch Michael Hartmann, Antiziganismusbeauftragter des Landes RLP, unterstrich die Bedeutung des Gedenktages. Er würdigte die Entscheidung, den Fokus auf die Geschichte der Sinti und Roma zu legen, um diese Opfergruppe sichtbar zu machen. Zugleich verwies er darauf, dass die Gleichstellung der Sinti und Roma das Ergebnis eines langen Weges und noch nicht beendet sei.

Destiny Balzo, Urenkelin des von den Nazis im KZ Auschwitz-Birkenau ermordeten Sinto Franz Winterstein, eröffnete mit einem Vortrag zur Biografie der Familie Winterstein einen persönlichen Zugang zum Thema. Prof. Dr. Wolfgang Pauly von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz ordnete die Beiträge historisch ein und machte deutlich, dass Ausgrenzung und Stigmatisierung der Sinti und Roma schon vor 1933 begannen und auch nach 1945 fortwirkten.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Studierendenprojekt „Und es war nicht vorbei. Sinti und Roma nach 1945“ der Johannes-Gutenberg-Universität MZ. Dr. Miriam Breß und Marie Pätzhold stellten die Ergebnisse des Projekts vor, in dem sich Studierende im Sommersemester 2025 mit der Lebensrealität von Sinti und Roma nach dem Ende des Nationalsozialismus auseinandersetzten. 

Die Beiträge wurden durch biografische Notizen ergänzt, die von den Auszubildenden der Nardini-Pflegeschule am Vinzentius-Krankenhaus - Viktoriia Andronova, Odette Igiranzea und Larissa Rollande Njiokou Kepseu – unter der Leitung von Moni Vogler wiedergegeben wurden. Im Anschluss trug Moni Vogler das Gedicht „Auschwitz“ von Santino Spinelli vor.

In der Verabschiedung erinnerte Jacques Delfeld Sr. vom rheinland-pfälzischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma daran, dass Gedenken mehr bedeute als Erinnerung allein. „Die Stimmen der Vergangenheit mahnen uns, mutig und klar für eine offene, freie und solidarische Gesellschaft einzutreten – mit Worten und mit Taten, jeden Tag“.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Istvan Kururc an der Geige. Text. sp.

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