Die Ackerfläche, die sich im Eigentum der NVS-Natur-Stiftung befindet, war für die Landwirtschaft kaum nutzbar, da hier durch Staunässe nach Hochwasser oft bis in den Frühsommer Wasser stehen bleibt, was schnell zu Verschilfung führt. Der NVS entwickelt den Standort daher gezielt in eine artenreiche Feuchtwiese.
„Solche wechselfeuchten Standorte können zu echten Hotspots der Artenvielfalt werden", erklärt Bastian Bayer, Geschäftsführer der NVS Natur-Stiftung Südpfalz. „Voraussetzung ist eine Mahd mit Abtransport des Mähgutes. Wegen der standort-bedingten Nässe kann die Fläche erst spät im Jahr gemäht werden, wenn sie wieder ausreichend abgetrocknet und befahrbar ist. Das dann anfallende Mähgut ist heutzutage landwirtschaftlich kaum noch verwertbar. Dadurch sind solche Wiesen in unserer Kulturlandschaft selten geworden."
Über 50 heimische Arten für stabiles Ökosystem.
Statt Standard-Mischungen bringt der Wiesendrusch die typische regionale Pflanzenvielfalt auf die Fläche. Neben Wiesen-Margerite, Kuckucks-Lichtnelke und Sumpf-Schafgarbe gehören auch botanische Besonderheiten wie Wiesensilge, Teufelsabbiss und Pfeifengras dazu. Sie bieten künftig zahlreichen Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf. Gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Erwachsenen und Kindern des NVS war die Handaussaat rasch erledigt. „Jetzt darf die Natur übernehmen", so Kurt Garrecht, Vorsitzender des Vereins. „Die Herbstfeuchte lässt die Samen keimen und tief wurzeln. Bis sich die Wiesenvegetation voll etabliert hat, dauert es allerdings etwa ein bis zwei Jahre."
Im Spätsommer mähen und beweiden.
Damit die Pflanzenvielfalt dauerhaft erhalten bleibt, wird die Wiese künftig einmal im Jahr im Spätsommer gemäht und das Mähgut abgetragen. Im Spätjahr wird die Wiese zudem für kurze Zeit schonend beweidet. Die Pflege übernimmt der NVS gemeinsam mit regionalen Landwirten. Text. sp.