Im anschließenden Gespräch mit dem Verfasser zeigte sich der Autor sehr angetan vom Interesse des Publikums, dem Niveau der regen Diskussion sowie bezüglich der hohen Besucherzahl.
„Es ist Krieg, da dachte ich, ich muss schreiben.“
Einleitend schilderte Roman Schafnitzel (Rodalben), was ihn anregte, sein mittlerweile fünftes Buch zu verfassen. „Es ist in der Ukraine ein Krieg ausgebrochen, da dachte ich, ich muss schreiben." Als Lehrer an einer Integrierten Gesamtschule in der Pfalz sei er mit Fluchtschicksalen konfrontiert, meist ausgelöst durch Krieg. „Afghanistan, Iran, Syrien, Somalia ..." Er habe Parallelen gesehen, zwischen zwei afghanischen Jungen im Alter von damals Zehn und Zwölf und dem zwölfjährigen Lothar, der im März 1945 als einer unter Ungezählten mit seiner Mutter und Verwandten zur Flucht aus Pommern gezwungen ist als die Rote Armee näherrückt.
Von Menschen die ihre Heimat verlassen mussten.
Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten aus der Zeit von 1932 bis 2021 und berichtet detailreich von Menschen die ihre Heimat verlassen mussten. Der erste Teil beschreibt unter dem Titel „Aus fernen Ländern" das Schicksal von Flüchtlingen aus Afrika und Asien, die inzwischen in Deutschland leben. Der zweite Teil, überschrieben mit „Aus fernen Zeiten", erzählt von Lothar, der in Pommern eine „durchaus glückliche Kindheit hatte", die abriss als er mit seiner Mutter flüchten musste und nach Zwischenstationen schließlich in der Pfalz eine neue Heimat fand. Bindeglied ist Magdalena, Lothars Tochter, die Lehrerin wurde und in deren Klasse eines Tages zwei Jungs aus Afghanistan auftauchten.
Das Geschilderte basiert auf Gesprächen und Interviews mit Protagonisten, Betroffenen und deren Umfeld sowie Recherchen und historischem Hintergrund, wie Roman Schafnitzel den Verfasser auf Nachfrage wissen ließ.
Rege Anschlussdiskussion.
In anschließenden Gesprächen des Publikums mit dem Autor sowie untereinander wurde konfliktfrei die heutige Zuwanderungs-Situation angesprochen und Nachfahren von Vertriebenen und Flüchtlingen der Kriegs- und Nachkriegszeit schilderten in bestem Pfälzisch, was sie bruchstückhaft von Großeltern und Eltern gehört hatten. „Sie redeten nicht oder nur ungern darüber", hieß es mehrfach.
Lesungen sollen fortgesetzt werden.
Angesichts des wiederum erfolgreichen Abends will die Bücherei Hauenstein, die 2024 ihr Hundertjähriges feiern konnte, weitere Autorenlesungen anbieten, äußerte Leiterin Silke Franz gegenüber dem Verfasser. Begonnen hatte man im Juni vergangen Jahres mit der Vorstellung des Werks „ ... und dann hatte ich plötzlich das Glück an der Backe" von Volker Damian.
Info.
Der vorgestellte Roman „Flucht" ist im Spica-Verlag erschienen und hat die ISBN 978-3-98503-220-4. Das Buch wird in der Bücherei Hauenstein geführt.