Wer jemals einen Abend mit dem „Rock’n’Roller des Wortes verbracht, seine Lesungen aus den Verkaufsschlagern „Diese ganze Scheiße mit der Zeit“ und „Frauengeschichten“ erlebt hat, weiß, dass Hubertus Meyer-Burckhardt ein vergnügter und tiefsinniger Plauderer ist. Bei seinem ersten Besuch in PS im Februar hat er unter Beweis gestellt, dass er ein Flaneur durchs Leben ist, der die seltene Gabe der Unterhaltsamkeit mit kluger Rhetorik und einer großen (Herzens-) Bildung verbindet.
Familien-Prägung.
Wie sehr sind wir von unseren Familien geprägt? Das fragt sich Hubertus Meyer-Burckhardt in seinem neuen Werk „Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts“. Das Buch ist eine Hommage an seine Großmutter, einer Frau, die das Leben gefeiert hat. „Wenn Sie unbedingt auf Ihr Volk stolz sein möchten, empfehle ich Ihnen den Beruf des Imkers.“ Mit diesem Satz prostete Christel Vollbrecht, Jahrgang 1898, ihrem Gegenüber in der Weinstube Boos zu, wo sie nahezu jeden Abend saß. Wenn sie nicht gerade im Beiwagen einer Moto Guzzi kauerte und dem Fahrer befahl: „Schneller. Fahren Sie doch bitte endlich schneller!“ Ein Leben auf der Überholspur, rebellisch, unangepasst, voller Lebensfreude und unglaublich stark und mutig: So erinnert sich Hubertus Meyer-Burkhardt an seine geliebte Großmutter, die ihn wie kein anderer Mensch geprägt hat.
Die Welt zwei Mal zerbrochen.
Wie ging sie mit der Welt um, die zweimal vor ihren Augen zerbrach? Was gab sie dem Enkel mit auf seinen Lebensweg? Und wäre es nicht wunderbar, hätten wir in der heutigen Zeit wieder mehr Menschen ihres Kalibers? Menschen mit einer unbedingten Liebe zum Leben, mit Witz, Widerspruchsgeist und Charakter. Hubertus Meyer-Burckhardt erzählt in autobiographischen Episoden von einer Frau, die ihrer Zeit voraus war: eine zärtliche Liebeserklärung und eine Spurensuche nach den Antriebsfedern des eigenen Lebens.
Info & Tickets.
Am Mittwoch, 10. Dezember, stellt Hubert Meyer-Burckhardt im Forum Alte Post sein neues Buch „Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts“ vor. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr. Einlass in den Elisabeth-Hoffmann-Saal ist um 19 Uhr bei freier Sitzplatzwahl. Eintrittskarten zum Preis von 16 Euro sind ab Montag, 3. November, ausschließlich in der Stadtbücherei erhältlich. Verbindliche Reservierungen sind unter der Telefonnummer 06331 842359 oder per E-Mail unter stadtbuecherei@pirmasens.de möglich.
Zur Person.
Hubertus Meyer-Burckhardt wurde 1965 in Kassel geboren. Er studierte zunächst Geschichte und Philosophie in Hamburg, wechselte dann jedoch an die Hochschule für Fernsehen und Film in München. Zwischen 1977 und 1984 war er in der Werbebranche aktiv, bevor er sich auf die Arbeit als Fernsehproduzent bei der Neuen Deutschen Filmgesellschaft in München spezialisierte. 1988 zog Hubertus Meyer-Burckhardt schließlich nach Düsseldorf. Dort arbeitete der Fernsehproduzent bis 1991 als Kreativdirektor in der Werbeagentur BBDO. Ein Jahr später gründete er als geschäftsführender Gesellschafter die Akzente Film- und Fernsehproduktion GmbH.
Außerdem entwickelte er 1994 die Sendung „Sowieso – Die Sonntagsshow“ für die ARD. Eine große Ehre wurde ihm zu Teil, als die Show mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Doch nicht nur hinter, auch vor der Kamera war Hubertus Meyer-Burckhardt zu sehen. Er moderierte von 1994 bis 2001 die NDR Talk-Show – an der Seite von Alida Gundlach. Seit Januar 2008 ist er wieder Gastgeber der populären Sendung – jetzt gemeinsam mit Barbara Schöneberger. 2004 wechselte der Journalist vom Aufsichtsrat der Pro Sieben Sat1 Media AG in den Vorstand. Hubertus Meyer-Burckhardt wurde 2005 zum Professor an der Hamburg Media School. Neben seinen zahlreichen beruflichen Verpflichtungen ist er darüber hinaus auch sozial tätig. 2010 ernannte man den Journalisten zum Paten des Kinderhospizes Bethel. 2011 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Die Kündigung“. 2017 erschien sein erstes Sachbuch „Frauengeschichten – was ich von starken Frauen gelernt habe“. Der Vater zweier Kinder ist mit der Journalisten Dorothee Röhrig verheiratet und lebt in Hamburg. Text. sp.