Auch grenzüberschreitend agiert die Kreismusikschule. 2022 wurde mit den französischen Partnern eine Absichtserklärung für die erste deutsch-französische Musikschule unterzeichnet. Die KMS arbeitet darüber hinaus eng mit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim/Auschwitz (Polen) zusammen sowie mit der Arbeitsstelle Menschenrechtsbildung am Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität KL-LD.
Auszeichnung. Weimarer-Dreieck-Preis.
„Erst vergangene Woche wurde die Kreismusikschule für ihr Engagement mit dem Weimarer-Dreieck-Preis 2024 für herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement zwischen Deutschland, Frankreich und Polen gewürdigt. Eine Auszeichnung, die uns als Landkreis besonders stolz macht. Sie zeigt auf, welche Strahlkraft die Aktivitäten der Kreismusikschule weit über unsere Kreisgrenzen hinaus hat und dass die musikalische Bildung zur Völkerverständigung beitragen kann. Das ist in Zeiten wie diesen besonders wichtig", betonte Landrat Dietmar Seefeldt im KMS-Ausschuss.
Kosten steigen.
Doch der Erfolg der Kreismusikschule hat auch eine Kehrseite. Die Kosten für den Unterhalt sind zuletzt stark angestiegen – von rund 751.000 Euro im Jahr 2020 auf voraussichtlich 1,27 Millionen Euro im laufenden Jahr. Dazu tragen mehrere Faktoren bei, wie bereits in einem Pressegespräch im März deutlich gemacht wurde. Die allgemeine Preisentwicklung, die gestiegenen Lohnkosten, die unlängst in SÜW mit einer Gehaltserhöhung auch an die Honorarkräfte weitergegeben worden sind, der Umstand, dass nach einem Gerichtsurteil demnächst alle Unterrichtenden fest beim Landkreis SÜW angestellt werden müssen. Und. Da der Landkreis zu jedem Schüler sowie zu jedem Kooperationsprojekt finanziell gesehen einen Zuschuss gewährt, also immer etwas drauflegt, wird das Defizit immer größer, je engagierter die Musikschule arbeitet und je mehr Menschen sie erreicht. Ein Paradoxon.
Landrat. Deckelungsbetrag eine Fessel.
Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass der Landkreis Mitte der 1990er Jahre den Beschluss fasste, das Budget der Kreismusikschule auf einen bestimmten Betrag zu begrenzen. Dieser Deckelungsbetrag wurde – nach Zustimmung des Kreistages – 2023 erstmals nicht eingehalten. Wenn es nach dem Kreismusikausschuss geht, soll der Deckelungsbetrag künftig komplett aufgehoben werden. In der jüngsten Sitzung beschloss der Ausschuss einstimmig, dem Kreistag die Aufhebung zu empfehlen. Letzterer wird am 23. September darüber entscheiden. „Mit der Aufhebung des Deckelungsbetrags wollen wir keinen Freibrief erhalten", betont Landrat Seefeldt. „Unser Ziel ist es lediglich, die KMS finanziell so steuern zu können wie die anderen Einrichtungen im Land. Denn wir sind die einzige Kreismusikschule mit dieser zusätzlichen, selbst gegebenen finanziellen Fessel." Text. sp.