Ein besonderer Höhepunkt des Jahres war das 50-jährige Bestehen des Zoofreundeskreises. Seit fünf Jahrzehnten unterstützt der Verein den Zoo ideell, finanziell und durch ehrenamtlichen Einsatz. Das Jubiläum wurde im Mai mit einem Festakt gefeiert.
Freundeskreis. Eine tragende Säule. Vorsitzenden-Wechsel.
Dank des Freundeskreises konnte der Zoo auch seine Programme im Bereich Artenschutz weiter stärken. Darüber hinaus begleitete der Arbeitskreis einige Veranstaltungen im Jahresverlauf. Ob bei Aktionstagen, beim Deutschen Zooförderertag oder durch organisierte Exkursionen. Der Freundeskreis präsentierte sich als eine der tragenden Säulen des Zoos und als Beispiel für nachhaltiges bürgerschaftliches Engagement. Dass dies so bleibt, ist Ziel des durch neue Akteure ergänzten Vorstandes. Der langjährige und sehr verdiente Vorsitzende San.-Rat. Dr. Helmut Back und Geschäftsführer Gerhard Blumer übergaben den Staffelstab im Jahr 2025 an ihre Nachfolger, Alexander Grassmann und Sabine Heil.
Artenschutz.
Auch im Bereich des Natur- und Artenschutzes setzte der Zoo Landau 2025 wichtige Zeichen. Als langjähriger Förderer der bundesweiten Kampagne „Zootier des Jahres“ unterstützte der Zoo gezielt den Schutz der Gürteltiere in Mittel- und Südamerika. Parallel engagierte sich der Zoo in der Artenschutzkampagne „Vietnamazing“, die auf die dramatisch bedrohte Tierwelt Vietnams aufmerksam macht. Einen festen Platz im Jahresprogramm nahm zudem der Pinguin-Aktionstag anlässlich des Welt-Pinguintags ein, der gemeinsam mit der Artenschutzorganisation Sphenisco gestaltet wurde.
Ehre von der Welt-Naturschutz-Union.
Die diesjährige Aufnahme des Zoos als Nichtregierungsmitglied in die Welt-Naturschutz-Union (IUCN) belegt eindrucksvoll, dass dieses Wirken bis in höchste Ebene auch international anerkannt wird. Von besonderer Bedeutung war auch 2025 die internationale Partnerschaft mit der Ruanda Wildlife Conservation Association. Zoo, Zoofreundeskreis und Zooschule begleiten dieses Projekt bereits seit 2017 kontinuierlich. Die Erfolge beim Schutz der Östlichen Grauen Kronenkraniche sind bemerkenswert. Die Population in Ruanda konnte in wenigen Jahren deutlich gesteigert werden. Große Würdigung fand diese Arbeit durch die Auszeichnung des Projektleiters Dr. Olivier Nsengimana mit dem Whitley Award. Auch im 10. Jubiläumsjahr der ruandischen Partnerorganisation wurde deutlich, wie wichtig langfristige, vertrauensvolle Kooperationen im globalen Naturschutz sind.
Kiebitz-Aufzucht.
Eine positive Artenschutzbilanz wird auch bei der Kiebitz-Aufzucht und -Auswilderung gezogen. Ein Projekt, das von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie RLP (GNOR) und dem Zoo LD umgesetzt wird. Seit 2024 wurden über 150 Kiebitz-Eier aus gefährdeten Nestern in den Zoo gebracht, viele davon dort erfolgreich ausgebrütet und an zwei Standorten in der Region in die Natur entlassen. Ein Drittel der 2024 ausgewilderten Kiebitze überlebte den Winter und kehrte zurück, einige nahmen 2025 sogar am Brutgeschäft teil.
Nachwuchs bei vielen Arten.
Ein weiteres prägendes Element des Jahres waren die zahlreichen Tiergeburten bei in der Natur gefährdeten Arten. Besonders hervorzuheben sind die Nachzuchten bei den Prinz-Alfred-Hirschen, für die der Zoo LD das Internationale Zuchtbuch führt, sowie bei den von Ausrottung bedrohten Visayas-Mähnenschweinen. Große Aufmerksamkeit erregte zudem die erstmalige erfolgreiche Nachzucht von fünf Waldhunden. Auch bei Humboldt-Pinguinen, Soccoro-Tauben¸ Bartlett-Dolchstichtauben oder Ekuadoramazonen und einigen Affenarten wie den Zwergseidenäffchen gab es erfreulichen und wichtigen Nachwuchs.
Geparden-Baby. Per Hand aufgezogen.
Bundesweit Beachtung fand die sehr aufwendige Handaufzucht der einzeln und lebensschwach geborenen Sudan-Gepardin Assama, die das Zooteam von Anfang an gesundheitlich vor große fachliche und emotionale Herausforderungen stellte. Individuen dieser Unterart sind in der Natur wie auch im Zoozuchtprogramm so rar, dass die Aufzucht per Hand erfolgte. Assama beschäftigt das Zooteam allerdings mit gesundheitlichen Baustellen bis heute.
Tigerin aus Ungarn.
Im Januar 2025 konnte zudem eine neue Sibirische Tigerin namens Dária aus dem Zoo Debrecen in Ungarn aufgenommen werden. Leider musste das Zooteam auch Abschied vom 16 Jahre alten Sudan-Gepardenkater Claude nehmen, der im hohen Alter aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert wurde.
Die Zoo-Schule.
Die Zoo-Schule LD blickt mit erneut über 13.000 betreuten Nutzenden ebenfalls auf ein intensives und erfolgreiches Jahr zurück. Mit zahlreichen Einzelveranstaltungen, Unterrichtsprogrammen und Sonderformaten erreichte sie Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene. Neben dem regulären Zooschulunterricht und bewährten Angeboten wie Kinder-Uni, Traumnacht im Zoo oder Oma-Opa-Enkeltag wurden auch neue inklusive Formate etabliert.
Große Resonanz fand zudem die neue Unterrichtseinheit „Umusambi – Vogelschutz in Ruanda und LD“, die durch eine Förderung des Landes RLP kostenfrei angeboten werden konnte und internationale Bildungsarbeit mit regionalem Lernen verknüpft. Für die Präsentation des gemeinsam mit ruandischen Partnern entwickelten Kartenspiels „Vogel-Memo“, besuchte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer erneut den Zoo. Er hob in seinem Grußwort das herausragende Engagement der Zooschule besonders hervor. Im November übergab der Ministerpräsident schließlich noch einen Förderbescheid des Landes RLP über 1,17 Millionen Euro zur Neugestaltung des Flamingo-Geheges. Zusammen mit 750.000 Euro an Mitteln des Zoofreundeskreises ist damit die Finanzierung eines der größten Bauprojekte in der 120-jährigen Geschichte des Zoos gesichert.
„Der Zoo Landau in der Pfalz blickt auf ein Jahr zurück, das eindrucksvoll gezeigt hat, wie vielfältig und wirkungsvoll moderner Zoobetrieb sein kann“, sagt Zoodirektor Dr. Jens-Ove Heckel. Er verspricht: „Auch in Zukunft will der Zoo seiner Verantwortung für Tiere in Menschenobhut gerecht werden und gleichzeitig aktiv zum Schutz bedrohter Arten, zur Umweltbildung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.“ Text. sp.