10.02.2026 - Sterndeuter. An den Fürstenhöfen. Vortrag.

Astrologie an den Fürstenhöfen und in der gehobenen Bürgerschaft war selbstverständlich im Mittelalter.

ANNWEILER. Es wird himmlisch beim nächsten Vortrag der Reihe Junge Mittelalterforschung des Museums Annweiler. Referent Prof. Klaus Oschema vom Deutschen Historischen Institut Paris am Mittwoch, 18. Februar, 18.30 Uhr, im Ratssaal der VG-Verwaltung, blickt voraus. Mit seinem Vortrag zum Thema „Blicke in die Zukunft: Astrologen und Astrologie im spätmittelalterlichen Reich".

Lesezeit: 01:09 Minuten

Immer wieder stößt man in den Quellen des späten Mittelalters auf Astrologen, die Fürsten an ihren Höfen berieten, aber auch in den Städten tätig waren. Sogar an Universitäten begegneten Sterndeuter, da astronomisches wie astrologisches Wissen für die medizinische Praxis als unerlässlich galten. In der Geschichtswissenschaft nahm man das aber mit Befremden wahr, als Ausdruck des abergläubischen Charakters einzelner Protagonisten oder sogar des gesamten Zeitalters. 

Selbst Alexander der Große las in den Sternen.

Heute wird dieses Bild revidiert. Die Präsenz, und der Erfolg, der Experten der Sterne erscheinen vielmehr als Ausdruck einer sich entwickelnden Expertenkultur, die für Entscheidungen jeglicher Art Orientierungswissen bereitstellen konnte. Wer sich für die Zukunft wappnen wollte, der musste sich entsprechend beraten lassen. So empfahl es bereits der fiktive Aristoteles in der verbreiteten Ratgeberschrift „Secretum Secretorum" seinem Schüler Alexander dem Großen.

Auch geraten herausragende Fürsten wie Friedrich III. und sein Sohn Maximilian ebenso in den Fokus wie berühmte Vertreter des humanistischen Denkens wie etwa der Nürnberger Arzt und Historiker Hartmann Schedel. An ihren Beispielen wird gezeigt, wie die Astrologie zum zentralen Bestandteil der spätmittelalterlichen Kultur avancierte, zugleich aber von ihren Gegnern aus dem Klerus oder der Gelehrtenwelt angefeindet wurde. Text. sp.

Im Netz.

https://www.vg-annweiler.de/tourismus/museen/museum-unterm-trifels/flyer-junge-mittelalterforschung-2025-2026.pdf

Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei.

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