Den Anstoß zu dieser Messfeier gaben im 19. Jahrhundert die bayerischen Könige. Zwischenzeitlich wurde die Messintention auf die verstorbenen Mitglieder des Dombauvereins und die Förderer aus den Reihen der Europäischen Stiftung Kaiserdom ausgeweitet. In den Fürbitten wird dieser Wohltäter des Doms besonders gedacht. Deren Nachkommen und Verwandte sind in besonderer Weise zur Mitfeier eingeladen.
Von den 30 Verstorbenen aus den Reihen des Dombauvereines waren manche mehr als 30 und viele mehr als 20 Jahre Vereinsmitglied. Unter ihnen befinden sich unter anderem eine Domführerin und zwei Pfarrer sowie Paul Schädler, ehemaliger Landrat des Landkreises LU und erster Ehrenbürger des Rhein-Pfalz-Kreises, der am 2. Juli verstorben war.
Von den Gremienmitgliedern der Europäischen Stiftung sind im vergangenen Jahr Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Bernhard Vogel am 2. März und der ehemalige Kultusminister Dr. Georg Gölter am 5. April verstorben. Beide hatten bereits vor Gründung der Stiftung den Dom maßgeblich gefördert.
Hintergrund. Messe für die Wohltäter.
Die Stiftsmesse im November hängt zusammen mit der Ausmalung des Domes im 19. Jahrhundert. Am Morgen des 13. Juni 1843 hatte König Ludwig I. den Dom besucht und sich stundenlang ganz allein darin aufgehalten. Als er gegen Mittag den Dom verließ, sagte er zu Bischof und Domkapitel, die ihn vor der Tür erwarteten. „Ich habe mich entschlossen, den Dom malen zu lassen." Die Ausmalung begann am 8. Juni 1846 mit der Darstellung Gottes des Vaters im Tonnengewölbe des Chorraums und wurde beendet am 9. Juli 1853 mit dem Bild der Vertreibung aus dem Paradies im Mittelschiff. Am 10. September 1853 wurde das Bild über der Außenseite des Portals vollendet.
In der letzten Phase der Ausmalung wurden auch neue Altäre im Dom errichtet. Vom 15. bis 17. November 1853 fand die Weihe der neuen Altäre statt. Zum Abschluss der dreitägigen Feier am 17. November 1853 waren auch (der emeritierte) König Ludwig I. und (der regierende) König Maximilian II. anwesend. Das Domkapitel ließ durch den Domprediger P. Joseph von Lamezan SJ verkünden, „dass fortan alljährlich wie heute ein feierliches Dank- und Bittamt für ihre Majestäten die Könige Ludwig und Maximilian, die hochherzigen Wohltäter des Domes, und für deren erlauchtes Haus werde gehalten". Text. is.