Schon seit 2008 setzt der NABU RLP in Kooperation mit dem Sea Life SP Sumpfschildkröten in geeigneten Altarmen des Rheins aus. 2017 riefen die beiden Institutionen das Projekt „Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte“ ins Leben. Seit 2022 werden sie dabei vom internationalen Forschungsteam des Projektes „Emys-R“ unterstützt.
Am Mittwoch entließen die Kooperationspartner die 500. Sumpfschildkröte des Wiederansiedlungsprojektes in ganz RLP in die Natur. „Wir freuen uns, durch dieses Langzeitprojekt der Artenkrise entgegensteuern zu können“, sagt Cosima Lindemann, Landesvorsitzende des NABU RLP. „Dass sich die Tiere nachweislich in den Auswilderungsgebieten fortpflanzen, zeigt, dass wir mit der Auswahl richtig lagen und die Sumpfschildkröte in RLP eine zweite Chance hat.“
In 1940er Jahren ausgestorben.
Die Sumpfschildkröte war früher eine charakteristische Art der Auengebiete am Oberrhein und ist die einzige in Deutschland wild vorkommende Schildkrötenart. Hauptursachen für das Aussterben waren der Verzehr als Fastenspeise und Delikatesse sowie Verlust der Lebensräume. Seit den 1940er Jahren waren keine Vorkommen mehr in RLP bekannt. Text. sp.