Geschlüpft ist der kleine Ara am vergangenen Sonntag im Tiergarten Nürnberg. Dort lebt ein Pärchen dieser beeindruckenden Art, das jedes Jahr für Nachwuchs sorgt. Normalerweise legen Hyazinth-Aras zwei Eier. Falls daraus jeweils ein Küken schlüpft, können diese von den Eltern aufgezogen werden. Wird jedoch ein drittes Ei gelegt und aus allen Eiern schlüpft jeweils ein Jungvogel, hat das dritte Tier das Nachsehen.
„Ein drittes Ei ist in der Natur immer nur als Reserve vorgesehen. Und so hart uns Menschen das erscheinen mag, es werden einfach nur die zuerst geschlüpften Küken versorgt. In einem Zoo muss man sich dann entscheiden, ob der Natur ihr Lauf gelassen wird, oder ob der Jungvogel von Hand aufgezogen wird“, erläutert Reinschmidt. Da er bereits zwei Hyazinth-Aras aus Nürnberg im Zoo KA aufgezogen hat – die zu großer Bekanntheit als Henry und Indigo gelangt sind –, hat der Papageienexperte auch diesmal zugesagt, das Küken zu übernehmen.
Für den Zoodirektor bedeutet dies, in der ersten Phase alle zwei Stunden zu füttern. Mit einer Spritze wird der Nahrungsbrei in den Schnabel gegeben und in den Kropf abgeschluckt. Von dort geht dann automatisch immer wieder ein Teil der Nahrung weiter in die Verdauung, bis der Kropf nach rund zwei Stunden leer ist und wieder von Menschenhand nachgefüttert werden muss. Text. sp.