Die ehemalige Benediktinerabtei, 1025 durch den späteren Kaiser Konrad II. gegründet, steht in enger geistlicher und architektonischer Verbindung mit dem SPer Dom. „Nicht nur wegen der historisch zwar kaum haltbaren, aber doch tiefgründigen Legende, wonach Kaiser Konrad II. an einem einzigen Tag das Kloster Limburg gegründet und den Grundstein für den Neubau des Doms gelegt haben soll", erklärt Bischof Wiesemann. „Sondern auch, weil sich bis in den Baustil und in die ornamentalen Ausschmückungen beider Gebäude hinein eine enge Beziehung feststellen lässt. Und nicht zuletzt, weil nicht weniger als vier meiner Vorgänger im 11. und 12. Jahrhundert zugleich Bischöfe von SP und Äbte der Limburg waren."
Die Legende von der gemeinsamen Gründung.
So eng ist die Verbindung der beiden Bauwerke, dass im 15. Jahrhundert eine Gründungslegende entstand, die besagt, dass Salier-Kaiser Konrad II. am 12. Juli 1030 früh morgens auf der Limburg den Grundstein gelegt und anschließend nach SP geritten sei, um dort noch am selben Tag den Grundstein für den Dom sowie das Johannis-Stift (heute St. Guido) zu legen.
Historisch betrachtet ist diese Legende der zeitgleichen Gründung nicht haltbar. Zeitgenössische Quellen belegen, dass Konrad II. im Juli 1030 in Ungarn weilte, wo er einen Feldzug führte. Das tatsächliche Gründungsdatum der Limburg wird von der neueren Forschung mit dem Jahr 1025 angegeben.
Die Bedeutung der Limburg für die Salier. Reichskleinodien?
Die hohe Bedeutung, welche das Kloster für Konrad II. hatte, lässt sich unter anderem an seinen fünf Aufenthalten dort festmachen. 1038 berief er eine Bischofssynode dorthin ein, welche die Dauer der Adventszeit auf die bis heute geltende Regelung der vier Adventssonntage festschrieb. Zudem überließ er der Klosterkirche eine Kreuzpartikel, also eine Reliquie von besonderem Wert. Der heute verlorene Kirchenschatz war von ungewöhnlicher Kostbarkeit und spiegelte die Bedeutung des Klosters für die Salier wider. Zeitweise sollen auch die Reichskleinodien, also die Kennzeichen kaiserlicher Macht in Form von Krone, Zepter, Reichsapfel und anderer Gegenstände, dort verwahrt worden sein.