Im Zentrum der Predigt stand das Leitmotiv des Friedens, das Papst Leo XIV. mit dem österlichen Gruß „Der Friede sei mit euch" in den Mittelpunkt seiner ersten Worte als Pontifex gestellt hatte. Bischof Wiesemann hob hervor, dass es sich hierbei um einen „unbewaffnet entwaffnenden Frieden" handle. Einen Frieden, der nicht durch Macht und Gewalt, sondern durch die Verwundbarkeit und Menschlichkeit des Auferstandenen wirke. „Christus zeigt seine Wundmale. Er ist kein unversehrter Held. Sondern der Verwundete, der Frieden bringt", so Wiesemann. Diese Haltung des neuen Papstes spiegle sich auch in der Art seiner Wahl wider.
Die Einmütigkeit des Konklaves, so der Bischof, sei ein starkes Zeichen dafür, dass demokratische Prozesse auch ohne Spaltung und Machtkämpfe gelingen können. Ein wichtiges Signal in einer Zeit, in der vielerorts gesellschaftliche und politische Spaltungen zunehmen.
Sich öffnende Institution.
Wiesemann betonte auch die Kontinuität zu Papst Franziskus, besonders im Hinblick auf den synodalen Weg und das missionarische Selbstverständnis der Kirche. Leo XIV., der selbst über viele Jahre als Missionar in Lateinamerika tätig war, bringe diese Prägung spürbar in sein Pontifikat ein. Die Kirche sei „nicht eine statische Institution, sondern ein sich öffnendes, hinausgehendes, missionarisches Ganzes", sagte der Bischof.
Darüber hinaus würdigte Wiesemann die sozialethischen Akzente, die Papst Leo XIV. mit seinem Namen setze. In der bewussten Anknüpfung an Leo XIII., den Begründer der katholischen Soziallehre, werde deutlich, dass auch soziale Gerechtigkeit und der verantwortliche Umgang mit aktuellen Herausforderungen wie der sozialen Problematik von künstlicher Intelligenz zentrale Anliegen dieses Pontifikats sind.
Die musikalische Gestaltung übernahm der Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. Die Orgel spielte Domkantor Joachim Weller. Text. is.