Besucher erhalten einen kleinen Einblick in die Spielzeugkultur aus dem Anfang bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Exponate gehören zu einem neuen Bestand des Stadtarchivs und werden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Sie erzählen lebendig und anschaulich vom Leben unserer Vorfahren.
Baukästen spiegeln in den 50er-Jahren die Konjunktur der Wiederaufbaujahre. Der Zeitgeist verlangt von den Kindern, dass sie „sinnvoll" spielen, bauen und lernen. Der Weg in die
Freizeitgesellschaft ist noch Zukunftsmusik. Zu sehen ist ein Mississippi-Schaufelraddampfer der Göppinger Firma Märklin.
Frau. Heim & Kinder & Küche.
Hauswirtschaftliches Spielzeug, das die Welt der Erwachsenen im Miniaturformat abbildet, entsprach dem bis in die 1970er Jahre vorherrschenden Leitbild der Mädchenerziehung zur Hausfrau und Mutter. Zu entdecken gibt es neben Strick-Liesel und Bobbeschees etwa auch einen Kaufmannsladen „en miniature", der durch unzählige Details besticht, etwa den kleinen Schubfächern für Mehl, Zucker, und Linsen.
Ein ganz besonderes Schmuckstück stellt die von einem Schreiner mit viel Liebe zum Detail handgefertigte Puppenküche dar. Aufgemalte Granitfließen im Schachbrettmuster inklusive. Zwei Buffet-Schränke dominieren das herrlich arrangierte Diorama, anhand dessen sich auch die zunehmende Technisierung im Haushalt der Wirtschaftswunderjahre nachvollziehen lässt.
Brett- und Kartenspiele.
„Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr", urteilte einst der griechische Philosoph Platon. Getreu dieses Mottos zeigen die
Ausstellungsmacher eine Auswahl historischer Brett- und Kartenspiele, die Einblick in die Vielfalt und Kreativität der jeweiligen Epoche bieten. Wer erinnert sich nicht an „Fang den Hut", „Lustiges 1x1" oder ein Quartettspiel mit berühmten Gemälden? Zu sehen sind außerdem historische Märchen-Glasplatten, die sich mittels „Zauberlaterne", einer sogenannten Laterna Magica, in bunte Bilder verwandeln.
Nostalgischen Charme versprühen außerdem ein hölzernes Schaukelpferd und die einst so populären Salamander-Figuren „Lurchi & seine Freunde".
Bilderschau. In schwarz-weiß.
Abgerundet wird die Zeitreise durch eine historische Bilderschau. Zu sehen sind etwa schwarz-weiß-Aufnahmen aus den Spielzeugabteilungen von Kaufhäusern wie Merkur und Moster sowie Spielwaren Babilon.
Übrigens.
Alle gezeigten Spielzeuge stammen aus Pirmasenser Haushalten. Die Stücke sind als Schenkungen an das Stadtarchiv übergegangen.
Auf einen Blick.
Die neue Sonderausstellung „Historische Spielzeuge" ist bis einschließlich Sonntag, 24. August im Stadtmuseum Altes Rathaus, Hauptstraße 26, zu sehen. Die Einrichtung ist jeweils dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 2,50 Euro, Kinder haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Text. sp.