15.10.2025 - IHK-Konjunkturbericht. Stimmung der Pfälzer Wirtschaft im Keller.

Eingetrübte Stimmung herrscht bei der Wirtschaft in ganz Deutschland. So auch in der Pfalz. Der Index hat sich sogar noch verschlechtert.

PFALZ. LU. Mehr als ein Drittel der Pfälzer Unternehmen schätzt ihre aktuelle Lage als schlecht ein. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) mit Sitz in LU für die Pfalz. Auch die Geschäftserwartungen haben sich im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage nicht erholt. Nur 13 Prozent der Befragten gehen von einer konjunkturellen Erholung im Lauf der nächsten zwölf Monate aus. Hauptgrund für die schlechte Stimmung. Das Warten auf den von der Bundesregierung angekündigten „Herbst der Reformen".

Lesezeit: 03:13 Minuten

Hornbach. Enttäuscht von neuer Bundesregierung.

Albrecht Hornbach, Präsident der IHK Pfalz, zeigt sich von der neuen Bundesregierung enttäuscht. „Die notwendigen Weichenstellungen für einen modernen Wirtschaftsstandort Deutschland fehlen noch. Die Milliardenpakete lösen nicht die grundlegenden Strukturprobleme in Deutschland. Weder in den Sozialsystemen noch in der Wirtschaft." Die versprochenen Reformen seien dringend nötig. Nur so könne es einen sich selbsttragenden Aufschwung geben.

Konjunkturklima-Index verharrt auf der Stelle.

Mit 86 Punkten liegt der Konjunkturklima-Index nur um einen Punkt höher als in der vorangegangenen Umfrage. „Selbst die Dienstleistungsbranche überspringt nicht die 100-Punkte-Marke, ab der von Wachstum gesprochen wird", sagt Ruth Scherer, Konjunkturexpertin der IHK Pfalz. Die Industrie erreicht nur noch 84 Punkte nach 88 Punkten im Frühsommer, das Gastgewerbe 86 Punkte (83 Punkte im Frühsommer). „Die Handelsunternehmen legen noch am deutlichsten zu. Von 63 auf 76 Punkte." Hier zeichne sich zwar ein leichter Anstieg der Kauflust der Kundschaft ab, allerdings bleibt der Handel trotzdem von einer Erholung weit entfernt. „Mit 63 Prozent ist der Inlandsabsatz zugleich das größte Risiko für die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten.

Die Industrie.

Die Geschäftslage in der Industrie hat sich seit der letzten Umfrage verschlechtert: 38 Prozent bewerten die aktuelle Situation als „schlecht" (Frühsommer: 28 Prozent). Die Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate haben sich kaum geändert. 16 Prozent gehen von besseren Geschäften aus, 27 Prozent von schlechteren (Frühsommer: 17 bzw. 29 Prozent). 

Auch die Exporte bringen keine Besserung, denn 44 Prozent gehen von einem Rückgang aus (Frühsommer: 32 Prozent) und nur jeder Zehnte rechnet mit einer höheren Nachfrage aus dem Ausland. Die Investitionsbereitschaft bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie im Frühsommer. 22 Prozent wollen mehr, 37 Prozent weniger investieren (Vorumfrage. 19 bzw. 34 Prozent). Bei der Beschäftigtenzahl hat sich seit der vorangegangenUmfrage gar nichts geändert. Konstante 24 Prozent der Unternehmen denken über einen Stellenabbau nach und unverändert 8 Prozent wollen zusätzliche Stellen
schaffen.

Der Handel.

Im Groß- und Einzelhandel ist die Stimmung minimal besser als im Frühsommer. 52 Prozent stufen ihre Situation als „befriedigend" ein (30 Prozent). Als gut bezeichnen allerdings nur 12 Prozent die Lage (19 Prozent). Bei den Geschäftserwartungen gehen die meisten von gleichbleibenden Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus (genau 70 Prozent, Frühsommer: 49 Prozent). 

Bei den geplanten Investitionen hat sich seit der letzten Umfrage wenig verändert: 25 Prozent wollen mehr Geld ausgeben (zuvor: 24 Prozent). Allerdings, wie in allen Branchen, hauptsächlich zur Ersatzbeschaffung oder zu Rationalisierungszwecken. Über einen Arbeitsplatzabbau denken 32 Prozent der Händler nach (Frühsommer: 33 Prozent).

Die Dienstleistungen.

Der Ausreißer unter den Branchen sind die Dienstleister. Fast ein Viertel spricht von einem erfreulichen Geschäftsklima (genau 24 Prozent, Frühsommer: 21 Prozent). In den nächsten zwölf Monaten gehen 67 Prozent von konstanten Geschäften aus (Frühsommer: 56 Prozent). Das schlägt sich auch in der Investitionsbereitschaft nieder. 24 Prozent wollen mehr Geld in die Hand nehmen (Frühsommer 19 Prozent). Die Beschäftigtenzahl bleibt weitgehend stabil: Zwei Drittel halten an ihrem aktuellen Beschäftigtenstand fest. Allerdings planen 21 Prozent Entlassungen (zuvor 15 Prozent).

Das Gastgewerbe.

Rund die Hälfte der Hoteliers und Gastronomen schätzen die aktuelle Geschäftslage als zufriedenstellend ein (genau 45 Prozent, zuvor 46 Prozent). Gleichzeitig gehen nur 7 Prozent von besseren Geschäften in den kommenden 12 Monaten aus und 28 Prozent von schlechteren Geschäften. 

Dafür zieht die Investitionsneigung etwas an: 21 Prozent wollen ihre Investitionsausgaben erhöhen, nach 15 Prozent im Frühsommer. Bei den Beschäftigtenzahlen ändert sich im Vergleich zur Vorumfrage kaum etwas: 4 Prozent wollen Arbeitsplätze schaffen, 34 Prozent dagegen die Zahl reduzieren (Frühsommer 3 bzw. 35 Prozent).

Info.

Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.300 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen sowie Gastgewerbe. Sie repräsentieren rund 70% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Befragung wurde im Zeitraum vom 11. September bis 2. Oktober durchgeführt. Text. sp. 

Im Netz. 

www.ihk.de/pfalz

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