Bis zu 15 Millionen Euro für die Innenstadt.
Wie bereits berichtet, wurde Annweiler im Juni in das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“ aufgenommen. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, die historische Innenstadt über etwa zehn Jahre lang mit einem möglichen Finanzrahmen von bis zu 15 Millionen Euro aufzuwerten. Welche Projekte tatsächlich verwirklicht und in welcher Höhe gefördert werden, entscheidet sich erst im weiteren Planungs- und Bewilligungsverfahren.
Die Ergebnisse der insgesamt drei Bürgerworkshops sollen in die weitere Stadtentwicklungsplanung einfließen.
Carmen Winter. „Thema Verkehr brennt auf den Nägeln.“
Stadtbürgermeisterin Carmen Winter zeigte sich von der Resonanz begeistert. „Annweiler verfügt bereits über eine sehr gute Versorgungslage. Darauf können wir aufbauen.“
Der Workshop habe aber auch deutlich gemacht, wie dringend sich die Bürger Verbesserungen beim innerstädtischen Verkehr wünschen. „Ein umfassendes Verkehrskonzept ist deshalb unverzichtbarer Teil unseres Städtebauprojekts“, betonte Winter.
Auch Verkehrsbeigeordneter Florian Funk zeigte sich beeindruckt von den vielen konstruktiven Vorschlägen zur Neugestaltung der Hauptstraße. Er setzt auf ein Gesamtkonzept, das den Durchgangsverkehr reduziert, die Nahmobilität stärkt und gleichzeitig die Erreichbarkeit der Geschäfte sichert.
Funk will sich weiterhin für kostenlose Parkplätze in der Innenstadt einsetzen. Zugleich müssten zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen sowie die bestehenden Parkhäuser saniert und erweitert werden.
Und der Erste Beigeordnete, Benjamin Burckschadt, will darauf hinarbeiten, dass vor möglichst jedem Geschäft in der Hauptstraße eine umgrünte Parkinsel für Kurzzeitparker geschaffen wird.
Hauptstraße. Mehr Aufenthaltsqualität, aber keine FuZo.
In den Diskussionsgruppen zeichneten sich zahlreiche Gemeinsamkeiten ab. Die Hauptstraße zwischen Flitschberg und Hohenstaufensaal soll grüner, fußgängerfreundlicher und attraktiver für Geschäfte und Gastronomie werden.
Begrünte Aufenthaltsbereiche, Bäume, kleine Haltebuchten und Platz für die Außengastronomie könnten der Straße ein neues Gesicht geben. Eine vollständige Sperrung für den Autoverkehr fand unter den vorgebrachten Vorschlägen dagegen wenig Unterstützung.
Deutlich wurde zugleich, dass sich die unterschiedlichen Interessen nicht immer leicht vereinbaren lassen. Während die einen kostenlose P-Plätze erhalten wollen, sprechen sich andere für Parkgebühren und Anwohner-Parkausweise aus. Weitgehend einig waren sich die Teilnehmer darin, dass Kurzzeit-P-Parkplätze vor Geschäften, Arztpraxen und Apotheken erhalten bleiben müssen.
Auch sichere Schulwege, bessere Radverkehrs-Verbindungen und hindernisfreie Gehwege gehören zu den zentralen Forderungen.
Am 1. Dezember werden die Ergebnisse vorgestellt.
Der zweite Bürgerworkshop hat gezeigt: Der Wunsch nach einer attraktiveren Hauptstraße ist groß. Doch zwischen Verkehrsberuhigung, mehr Grün, sicheren Wegen und ausreichenden Parkmöglichkeiten müssen noch tragfähige Lösungen gefunden werden. Entscheidend wird sein, wie es der integrierten Gesamtplanung gelingt, die unterschiedlichen Interessen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmern in einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammenzuführen.
Der dritte und letzte Bürgerworkshop folgt am 9. November, 18 Uhr, im Hohenstaufensaal. Es wird dann um die Themen Gewerbe, Tourismus und soziale Infrastruktur gehen.
Am Dienstag, 1. Dezember, 18 Uhr, sollen im Hohenstaufensaal die Ergebnisse aller drei Bürgerworkshops öffentlich vorgestellt werden. Dann wird sich zeigen, welche Anregungen aus der Bürgerschaft in die weiteren Planungen für die Zukunft der Annweilerer Innenstadt einfließen könnten.