Noch drei bis vier Tage werden sie nun brauchen, um Bulgarien mit dem alten Deutz, Baujahr ' 61, zu durchqueren, schätzt Albert Getto. Aber schauen wir mal auf die Erlebnisse der beiden in den vergangenen Tagen.
Das Traumziel Türkei hatten sie bereits erreicht, als wir das letzte Mal berichteten. Sie gönnten sich statt der Nächte in ihrem Wohnwagen ein Hotel mit Panorama-Blick auf den Bosporus. Und erlebten gleich Kurioses. Oder ein „So klein ist die Welt.“ Auf dem Hotel-P-Platz stand am Abreisemorgen ein Auto neben ihrem alten Deutz. Das einer Deutsch-Türkin gehört. Mit dem Kennzeichen „GER ...“
Zwei Sätze Small-Talk. Denn der Aufbruch rief. Sie wollten noch unbedingt in den orientalischen Teil der Türkei. Und das haben sie doch tatsächlich auch geschafft. Per Fähre über die Meerenge übergesetzt. Ins Städtchen Carnakkle. Ein paar Stunden schlendern. Ziel erreicht. Bleiben wollten und konnten sie nicht. Die extrem engen Gassen. Kein Terrain für das platzeinnehmende Gespann.
„Hör' auf Deine Frau, vor allem, wenn sie Recht hat.“
So ging es am selben Tag noch zurück auf die Fähre. Wendepunkt. Heimreise antreten. Nach Europa. Nach über 31 Tagen Anreise mit dem abenteuerlichen Gespann. Der kleine Teil der europäischen Türkei war genauso schnell durchquert, wie die kurze Strecke durch Griechenland mit einem kleinen Umweg zum Zwischenstopp im Badeort Alexandropoli. „Das war Birgits Idee“ und siehe da. „Hör' auf Deine Frau, vor allem, wenn sie Recht“, bilanziert Albert.
„Da war der Bär los“, ist der Deutz-Trekker-Fahrer noch immer beeindruckt von diesem „schönen Tag“. Ein Straßen-Café neben dem anderen. Alle voll besetzt. Auffallend, wie überhaupt in allen gequerten südlichen Ländern. Die Trennung nach Geschlecht. Entweder sitzen nur Frauen in einem Café/einer Bar oder nur Männer. Das sei ihnen schon auf dem Balkan aufgefallen, erzählen Birgit und Albert. Andere Länder, andere Sitten.
Noch mal Anspannung. Und Vollbremsung für Schildkröte.
Dann ging es weiter Richtung bulgarische Grenze, wo die beiden Abenteurer heute noch in Griechenland übernachteten. Es ging die Berge hoch. Anspannung. Doch der 65 Jahre alte Deutz „hat durchgehalten und schnurrt wie ein Kätzchen“, freut sich Albert. Nur mit dem Wohnwagen hatten sie zwischenzeitlich etwas Pech. Am Dienstag haben sie sich einen Plattfuß gestochen. Glücklicherweise direkt an einer am Straßenrand liegenden Kfz-Werkstatt. Reparaturkosten für Reifen runterziehen, Schlauch flicken und Reifen wieder aufziehen? So günstig wie das heutige Mittagessen. 5 Euro.
Dann waren da auf dem Weg durch Griechenland noch die vielen Schildkröten und Schlangen, die eben nun mal die Straße queren wie bei uns die Rehe oder Hasen. Nur mit einer Vollbremsung habe er das Überfahren einer Schildkröte verhindern können. Nichts passiert. Vor lauter Schreck blieb Albert eine Weile stehen. Unter dessen machte es sich das Panzertier im Schatten des Trekkers gemütlich. Albert hat das Tier schließlich sanft auf die andere Straßenseite getragen.
Nun geht es am morgigen Freitag erst einmal weiter nordwärts in Richtung der bulgarischen Hauptstadt Sofia.
Weiterhin gute Fahrt und gute Laune. Wir bleiben dran.