Männer wie Jung haben das Paradies Südpfalz erschaffen.
Vorab. Die Veranstaltung verlief vollkommen gesittet. Kein böses oder lautes Wort. Aber eine teilweise weltfremd wirkende Borniertheit und Ignoranz seitens der Kritiker. Einer Blase gleich suchten sie verbal das Vorhaben zu hinterfragen und gleichsam zu verhindern, das in ihren Augen das naturelle Weinberg-Paradies, in dem sie leben dürfen und ihre Kinder aufziehen. Vorwürfe, Bedenken, Ablehnung, etc. Ohne eine Sekunde daran zu denken, dass es Männer des Schlages eines Jonas Jung sind, die dieses Paradies erschaffen haben, es hegen und pflegen. Nicht allein aus Eigennutz. Sondern sie lieben es und wollen es auch erhalten. Aber es muss auch finanziert werden. Die Grundlage von allem.
Weinbau in der Krise.
Denn der Weinbau ist in der Krise. Die Absätze und damit das Einkommen stimmen nicht mehr. Alternativen müssen her, um das Paradies Südpfalz zu erhalten. Der Hof von Jonas Jung, der diese einzigartige Kultur nicht nur mit erschaffen hat, sondern auch erhalten will, braucht Einnahmen.
Das Projekt.
Das neue Geschäftsmodell des Mischbetriebes ist eine Hähnchenmast, die für rund 30.000 Tiere ausgelegt ist. Investitionssumme voraussichtlich 2 Millionen Euro. Jonas Jung ist dabei kein Unbedarfter. Er besitzt bereits Hunderte Freiland-Hühner, die Eier legen. Als potenzieller Partner nannte Jung den Hähnchenfleisch-Konzern Wiesenhof, mit dem er noch keinerlei vertragliche Bindungen eingegangen sei. Mit der Inbetriebnahme der 100 Meter langen und 25 Meter breiten Halle rechnet er in etwa 4 bis 5 Jahren. Ein Mast-Zyklus liegt bei 7 bis 8 Wochen, erklärte er. Wiesenhof komme, bringe die Kücken. Er füttere sie. Nach ungefähr acht Wochen würden die gemästeten Hähnchen abgeholt und woanders geschlachtet. Der Stall stehe dann in der Regel 5 Tage leer, werde grundgereinigt, bis die nächste Marge an Kücken angeliefert werde.
Die Kritikpunkte.
Die Kritik an dem Vorhaben reichte von Gestank über Beeinträchtigung des Landschaftsbildes bishin zu massivem Lkw-Verkehr und der damit einhergehenden Beeinträchtigung des Tourismus. Einige Anwohner konnten nicht an sich halten und ließen sich global über das Konsumentenverhalten und deren Essgewohnheiten aus. Was das mit dem Projekt Hallenbau konkret zu tun hat? …
Jonas Jung agierte fast zwei Stunden lang geduldig, zu keiner Sekunde genervt, sondern versöhnlich und willkommensbereit. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass er in der freien Wirtschaft mehr Geld verdienen könne, aber sich dafür entschieden habe, den elterlichen Hof zu erhalten. Wenn nicht würde in letzter Konsequenz der Hof aufgegeben die Weinberge verwilderten. So viel zum Landschaftsbild …
Landschaftsbild.
Eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes gebe es nicht wirklich. So solle die Halle 500 Meter östlich des Hofes in Richtung Barbelroth gebaut werden. Rundum mit hochwachsendem Grüngürtel versehen. Die Halle werde schon aufgrund ihrer Lage kaum (für Touristen) zu sehen sein.
Gestank.
Der Gestank. Eine Filteranlage mit 6 Abluftschächten filtere die amoniak-haltige Abluft. Die Filter würden dann entsorgt.
Lkw-Verkehr.
Über das gesamte Jahr hinweg laufe es auf rund 100 Lkw-Fahrten hinaus. Kücken-Anlieferung, Mast-Hähnchen-Abholung, etc.
Der Mist.
Den Mist der Mast-Hähnchen soll als Dünger auf den eigenen Feldern des Landwirtschaftsbetriebes ausgebracht werden.