05.01.2026 - Lebensrettung. In Annweiler.

Retter und Geretteter (von links). Johannes Ruppert (THW), Andreas Wilde (Sanitäter und THW), Alfred Mitz (Schwager des Geretteten), Ludwig Kissel (Geretteter), Thomas Leidner und Christoph Lehnberger (First Responder). Foto. W. G. Stähle.

Von Werner G. Stähle.

ANNWEILER. LD. Dank zeitnaher Herzmassage durch Laien, Defibrillation, Notarzt, schneller Einlieferung ins Krankenhaus und erfolgreicher ärztlicher Behandlung konnte ein 66-Jähriger gerettet werden, der im Wald um Annweiler einen medizinischen Notfall erlitten hatte. „Die Rettungskette hat hundertprozentig funktioniert", bilanziert im Nachgang Andreas Wilde, ein Notfallsanitäter der zufällig vorbeikam als eine erste Reanimation im Gang war.

Lesezeit: 02:30 Minuten

Herz-Lungen-Wiederbelebung.

„Der Betroffene hatte im Wald von Annweiler einen plötzlich eintretenden und zunehmend schlechten Zustand erlitten. Sein ihn begleitender Schwager hat ihn geistesgegenwärtig ins in der Nähe stehende Auto gepackt und aus dem Wald gefahren, wo er vom Rettungsdienst nicht oder zu spät gefunden worden wäre", schildert Andreas Wilde. 

Bei einer Tankstelle am Stadtrand von Annweiler angekommen seien Kunden auf Zuruf umgehend herbeigeeilt, hätten geholfen den Bewusstlosen aus dem Auto zu bergen, zu lagern und mit Herzmassage begonnen. Ein hinzukommender Radfahrer habe angehalten, erklärt ‚ich kenn' mich aus' und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) begonnen, wurde von Beteiligten berichtet.

Defibrillation.

„Zufällig kam ich dann mit meinem Kameraden Johannes Ruppert im THW-Bus (Technisches Hilfswerk) dort vorbei und wir erkannten die Notsituation", beschreibt Andreas Wilde, seit vielen Jahren beruflich Notfallsanitäter sowie ehrenamtlich im THW engagiert. 

„Wenn ich weitere Strecken unterwegs bin, nehme ich den Rucksack und Material mit dem AED-Defibrillator („automatisierter externer Defibrillator") immer mit. Den Radfahrer bat ich mit der HLW weiterzumachen während ich mich um die Atmung kümmerte und die Elektroden des AED auf den Brustkorb klebte. Das Gerät diagnostizierte Herzkammerflimmern und ich defibrillierte ein Mal. Wir reanimierten kurz weiter und stellten dann fest, dass der Mann nun einen tastbaren Puls hatte. 

Dann trafen die ‚First Responder' der über Notruf alarmierten Feuerwehr Annweiler ein. Sie unterstützten uns und erhoben die Vitalparameter (Körper-Grundfunktionen) mit dem EKG. Der Mann hatte wieder einen guten Herzrhythmus und ausreichenden Blutdruck entwickelt. Kurz darauf kam der Rettungswagen aus Annweiler sowie der Notarzt aus BZA. Der Betroffene wurde ins Vinzentius-Krankenhaus LD transportiert, dort nach drei Tagen aus dem ‚Künstlichen Koma' mit Absenkung der Körpertemperatur geweckt und weiterbehandelt."

Lückenloses Zusammenspiel der (Erst-)Helfer.

Die Behandlung im Vinzentius-Krankenhaus sei „hoch-kompetent und sehr engagiert" gewesen, ist dem Patienten wichtig zu betonen. Nach anschließendem Aufenthalt in einer Reha-Einrichtung sei er mittlerweile „vollständig genesen". Das verdanke er dem lückenlosen Zusammenspiel von Ersthelfern, Rettungsdienst sowie Ärzten und Pflegepersonal der Klinik. 

Dank an helfenden Radfahrer. Unbekannter Weise.

Er bedauert keine Verbindung zu dem hilfsbereiten Radfahrer zu haben, dem er ebenfalls persönlich danken möchte. Es würde ihn freuen, wenn durch die Veröffentlichung ein Kontakt zustande käme. (Den wir gegebenenfalls gerne vermitteln, Anmerkung der Redaktion.)

Appell, bei Erster Hilfe mitzumachen.

„Ich will diese Reanimation als Beispiel nehmen und die Bürgerschaft animieren bei der Ersten Hilfe mitzumachen sowie die Rettungskette einzuhalten, bestenfalls mit vergleichbarem Ergebnis, appelliert Rettungssanitäter Wilde, der sich kommunalpolitisch im Landkreis SSWP und in der VG Hauenstein engagiert. Dort warb er erfolgreich für das Anbringen von öffentlich zugänglichen Notfall-Defibrillatoren (AED), die ohne Vorbildung angewendet werden können. „Jetzt hängt in fast jeder Ortsgemeinde der VG Hauenstein ein AED, in Hauenstein zwei und weitere hängen wir noch auf", freut sich Andreas Wilde. Er hatte als Beigeordneter in den VG-Rat eingebracht, bei der „Aktion Herzsicher" der Björn-Steiger-Stiftung mitzumachen und eine „Herzsichere Verbandsgemeinde" zu werden.

Beispiel für einen öffentlich zugänglichen Notfall-Defibrillator (AED), der ohne Vorbildung angewendet werden kann. Foto. W. G. Stähle.
Beispiel für einen öffentlich zugänglichen Notfall-Defibrillator (AED), der ohne Vorbildung angewendet werden kann. Foto. W. G. Stähle.

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