Der Routen-Planer habe sie auf diese Route geschickt. Grande Catastrophe. Nun denn. Das Gespann, ein Deutz, Baujahr ' 61 und ein Wohnwagen aus den 80ern, das es gerade einmal auf eine Spitzengeschwindigtkeit von 15 km/h schafft, wurde durch die Streckenführung heftig ausgebremst. Nicht mehr als 3 bis 4 Km in der Stunde, berichtet Albert. „Du umfährst ein Schlagloch, dann fährst Du direkt danach in zwei weitere.“ So gehe das schon den ganzen Tag. Er und Birgit nehmen es sportlich. „Abenteuer halt“.
Polizei-Kontrollen aus blanker Neugierde.
Genauso sportlich wie die zigsten Polizei-Kontrollen auf ihrer Road-Tour von der Südpfalz über den Balken bis ans Mittelmehr in die Türkei – und derzeit halt wieder auf dem Rückweg. Am heutigen Sonntag gab es gleich zweimal einen Zwangsstopp durch die uniformierte Staatsmacht. Und wie bisher immer steckte nichts anderes als die blanke Neugierde der Beamten hinter der Gespann-Kontrolle.
Bei der ersten Kontrolle heute argumentierten die Beamten, die Südpfälzer seien auf einer Autobahn unterwegs, was sie mit ihrem Gefährt nicht dürften, berichtet Albert. Nichts anderes als vorgeschoben, ein Telefonat mit der Zentrale brachte die Streifenbesatzung zur Räson. Nix da Autobahn. Die Südpfälzer dürften fahren. Fertig. Ende. Aus. Nun doch nicht ganz und sofort. Denn kaum hatten sich Albert und Birgit wieder aufgemacht, etwa nach 5 Minuten, schon wieder Blaulicht. Dieses Mal zwei Motorrad-Polizisten. Das ganze Spielchen von Vorne.
Gastfreundschaft pur. Auf der ganzen Tour.
Aber. Es gab trotz „des sehr anstrengenden Tages“ heute auch schöne Momente, sind die beiden Abenteurer dankbar, welche Gastfreundschaft ihnen auf ihrem 7000-Kilometer-Ritt Südpfalz-Türkei-Südpfalz immer wieder begegnet. So kamen die beiden dieser Tage mit einem jungen Paar ins Gespräch. Der Großvater des Mannes sei Deutscher gewesen, hat Albert erfahren. Die junge Frau habe dann Birgit und Albert dann ein Glas selbst produzierten Honig als Wegzehrung geschenkt.
Das Gespräch mit einem anderen jungen Mann hatte im wahrsten Sinne des Wortes spielerische Konsequenzen. Rund eine Stunde nach dem Plausch mit den Südpfälzern sei der junge Mann zurückgekehrt und habe ihnen ein Geschenk gemacht. Eine Spielesammlung aus dem 3-D-Drucker (Mensch ärgere Dich nicht, Mühle und Co.) für die Abende. „Was wir an Gastfreundschaft erleben, ist kaum zu glauben“, berichtet Albert.
Letzter Tag in Bulgarien. Morgen Serbien.
Birgit und Albert nächtigen am heutigen Sonntag unweit der bulgarisch-serbischen Grenze in einem kleinen Örtchen namens Kalonica. Dort kamen sie aber nur hin durch eine 30-minütige Rückwärtsfahrt von der Autobahn mit ihrem Gespann. Awwer des is widder e anniere G'schichd … Am morgigen Montagmorgen geht es dann in das Mutterland des Balkan-Gebirges, nach Serbien. Wir berichten weiter.