07.05.2026 - Gestrichen. Produktion bei TE Connetivity. Und Mann & Hummel. Über 1200 Arbeitsplätze weg.

Schöne Fassade für Besucher. Die Alte Münz in der Maximilianstraße in SP. Doch dahinter stecken düstere Zahlen. Binnen weniger Tage der Abbau von über 1200 Arbeitsplätze in der Industrie in der Domstadt.

SP. Die Stadtspitze SP reagiert auf die geplante Einstellung der Produktion von TE Connectivity in der Domstadt. Betroffen sind voraussichtlich 630 Beschäftigte. In der Produktion. In der Siemensstraße bis ins Jahr 2028. Verbleiben sollen rund 140 Arbeitsplätze in Engineering- und Verwaltungsfunktionen. 

Lesezeit: 01:39 Minuten

OB Stefanie Seiler. „Innerhalb von drei Wochen ziehen sich zwei der größten Industriebetriebe Speyers nahezu zeitgleich aus ihrer hiesigen Produktion zurück. Mit MANN+HUMMEL ein deutsches Familienunternehmen, jetzt mit TE Connectivity ein US-Konzern. Beide begründen ihren Rückzug fast wortgleich. Schwache Nachfrage in Westeuropa, Kosten- und Wettbewerbsdruck sowie Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Beide stellen klar, dass es nicht an der Leistung der Beschäftigten liegt. Was wir hier sehen, ist nicht mehr ein einzelner Fall, es gleicht einem System der Standortverlagerung.“

OB kritisiert Konzerne.

Die OB kritisiert die Vorgehensweise der beiden Konzerne. „Wenn international agierende Konzerne Industrieproduktion aus Deutschland abziehen, weil die Bilanzlogik anderswo bessere Zahlen liefern soll, hinterlässt das Menschen, die hier ein Leben aufgebaut haben“, so Seiler. „Es hinterlässt Familien, in denen jetzt die Existenzfrage am Tisch sitzt. Und es hinterlässt eine Stadt, die seit Jahrzehnten zuverlässig die Voraussetzungen für industrielle Wertschöpfung geschaffen hat. Das ist kein Standortwettbewerb mehr, das ist die Abgabe der gemeinsamen Verantwortung für den Industriestandort RLP.“

Stadt. An der Seite der Beschäftigten.

Die Stadt SP stellt sich an die Seite der von beiden Entscheidungen betroffenen Beschäftigten. Hinter den Zahlen. 600 bei MANN+HUMMEL, 630 bei TE Connectivity, stehen Menschen, die seit Jahren oder Jahrzehnten zuverlässige Spitzenarbeit für ihre Unternehmen geleistet haben, betont die OB.

Die Stadt SP fordert die Konzernleitungen beider Unternehmen auf, die Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung ergebnisoffen und auf Augenhöhe zu führen sowie alle Mittel und Optionen ernsthaft zu prüfen, bevor Verlagerungsentscheidungen als unumkehrbar gelten.

 Appell an Berlin.

Die OB richtet zudem ihren Appell an die Landesregierung und die Bundesregierung, die industriepolitische Dimension der Entwicklungen anzuerkennen und mit konkreten Instrumenten zu beantworten. Die kommunale Ebene allein könne den Strukturwandel, vor allem in der Automobilindustrie, die sich in plötzlicher Geschwindigkeit vollziehe, nicht abfangen.

„SP wird sich nicht damit abfinden, dass innerhalb von drei Wochen über 1.200 Industriearbeitsplätze auf der Streichliste stehen“, so Seiler. Text. sp. Foto. sp.

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