Dabei haben sie sich was gegönnt. Die Nacht auf den heutigen Mittwoch haben sie nicht im Wohnwagen verbracht, sondern sich ein Hotelzimmer gegönnt, berichtet Albert, der insbesondere von den vergangenen beiden Tagen emotional extrem berührt ist. Weil? „Was ich hier so viel an Menschlichkeit erlebt habe“ bei allen Begegnungen unterwegs.
Mittags-Wirt bringt abends Croissants fürs Frühstück.
Bei ihrer Fahrt am Montag durch die slowenische Hauptstadt Ljubliana („Eine so tolle Stadt“), die 2 Stunden gedauert habe, sind sie zwischenzeitlich in einer Gaststätte eingekehrt, dann weitergefahren. Etwa 7 oder 8 Kilometer nach Süden, um zu übernachten. An einem Platz, wo auch andere Reisende übernachteten. Gegen 21 Uhr sei dann urplötzlich der Wirt vom mittäglichen Restaurant-Besuch aufgetaucht und habe den beiden Croissants für das Frühstück am nächsten Morgen vorbei gebracht, erzählt Albert Getto begeistert. Und in der Hauptstadt hätte eine Polizistin bei einem kurzen Stopp seine Frau Birgit ganz spontan herzlich umarmt und alles Gute gewünscht.
Streife. Neugierige Polizisten machen Selfies.
Dann am gestrigen Dienstagmittag. Da seien sie von einem Streifenwagen per Blaulicht angehalten worden. Pro forma wurde die Funktion von Blinker und Lichter überprüft, was die Männer in Uniform wohl nicht wirklich interessiert habe. Denn die Polizisten hätten ruckzuck ihre Handys gezückt und begeistert das Gespann aus der Südpfalz als Erinnerung und in Selfies abgelichtet.
Nach der heutigen Nachtruhe im Hotel in der Stadt Karlavoc geht es nun weiter gen Süden. Rund 1000 Kilometer haben Birgit und Albert schon geschafft. Zwischen 2000 und 2500 liegen noch vor ihnen. So genau könne er das derzeit nicht einordnen, berichtet Albert, da sich fast jeden Tag die Reise-Route ändere. Und am heutigen Morgen sind sie doch tatsächlich in der Vergangenheit angekommen. Mitten im Balken, jenseits der Moderne. Wie meint Albert. So wie das Baujahr unseres Deutz. 1960er ….
Der Trekker muss noch länger halten.
Grob geplant hat Albert eine reine Fahrtzeit von etwa 70 Tagen von Oberotterbach nach Side in der Türkei und wieder zurück. Side ist der Lieblingsurlaubsort der beiden. Dazu komme, dass er den alten Deutz, Baujahr '61, der mit dem Wohnwagen im Schlepptau eine Höchstgeschwindigkeit von 16 km/h erreiche „nicht totquälen“ wolle, er also einen Tick langsamer fahre. Erstens wolle er nicht nur wieder mit einem heilen Gefährt nach Hause kommen, sondern er brauche den Trekker noch. Denn er habe im Pfälzer Wald noch Holz liegen, das geholt werden wolle. Vorausschauender Pragmatismus … Text. rw.