Wackelpudding für die Wissenschaft.
Dabei veranschaulichte Mona Wellhäusser mithilfe eines roten Wackelpuddings, wie Zellstrukturen unter dem Mikroskop besser sichtbar gemacht werden können. Das Geheimnis liegt darin, dass Zellen in ein quellbares Polymergel eingebettet werden. Die Biomoleküle werden chemisch an dieses Gel verankert. Gibt man nun Wasser hinzu, dehnt sich das Gel gleichmäßig in alle Richtungen aus und zieht die Moleküle physisch auseinander. So werden die winzige Zellstrukturen selbst mit herkömmlichen Lichtmikroskopen in messerscharfer Nanometer-Auflösung sichtbar.
Die drei „Cs“.
Die Jury und das Publikum waren schließlich der Meinung, dass die Doktorandin vom Institut für Biologische und Chemische Systeme (IBCS) ihre drei Minuten auf der Bühne am Besten nutzte, um die berühmten „Drei Cs“, die das Fundament von FameLab bilden, zu meistern. Ihr wissenschaftlicher Inhalt (Content) war präzise und relevant, ihre Erklärungen auch für Laien absolut verständlich (Clarity) und ihr Auftritt versprühte Enthusiasmus, der auf das Publikum überging (Charisma). Somit ging der Titel nach den Siegen von Dr. Christian Scharun und Dr. Aysel Ahadova zum dritten Mal in die Fächerstadt.
Die Freude in der Wahlheimat ist groß. Wissenschafts- und Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz betont die Tragweite dieses Erfolges: „Wir sind außerordentlich stolz darauf, dass unsere KAer Kandidatin Mona Wellhäusser das Deutschland-Finale von FameLab für sich entscheiden konnte. Dieser Sieg ist ein persönlicher Triumph für eine hochtalentierte Forscherin und auch ein glänzendes Aushängeschild für die Wissenschaftsstadt KA. Uns ist es ein großes Anliegen, Spitzenforschung nahbar, verständlich und lebendig zu machen. Genau das ist hier auf höchstem Niveau gelungen. Ich drücke für das Welt-Finale fest die Daumen.“
Von KA auf die Weltbühne.
Der Weg zum Sieg begann am 8. Mai im KAer Kulturzentrum Tollhaus, wo das Wissenschaftsbüro der Wirtschaftsförderung KA den regionalen Vorentscheid organisierte. Dass der Titel nun erneut nach KA geht, unterstreicht die hohe Qualität der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung in der Region.
Für Mona Wellhäusser geht die Reise im Herbst direkt weiter. Sie wird Deutschland beim internationalen Weltfinale in Katowice (Polen) vertreten. Für sie ist das Format jedoch weit mehr als nur ein Wettbewerb, wie sie selbst erklärt.
„Formate wie FameLab sind eine herrliche Möglichkeit, im Publikum Begeisterung für die Wissenschaft zu stiften und Neugierde zu wecken. Durch Einblicke in Forschungsprojekte, die sonst oft nur hinter geschlossenen Türen stattfinden, wird Wissenschaft zugänglicher, menschlicher und vertrauenswürdiger. Und vielleicht schaffen wir es sogar, zukünftige Wissenschaftler zu inspirieren, und tragen so einen klitzekleinen Teil zur Innovationskraft von morgen bei.“ Text. sp.