Die „Schooflies“ sind nicht irgendeine Band. Ihr bewahrt mit Eurer Musik den Pfälzer Dialekt, den Eure Vorfahren vor zum Teil Jahrhunderten bei ihrer Auswanderung nach Amerika gesprochen haben und es noch immer viele Menschen tun. Schwerpunktregionen sind Pennsylvania, Ohio (beide USA) und Ontario (Kanada). Wo seid Ihr zuhause? Wie heißt der Ort und wo liegt er. Und was macht Ihr eigentlichen beruflich?
Meine Zwillingsschwester Brigitte Weinsteiger und ich sind im Landkreis Berks in Pennsylvania zur Welt gekommen. Das ist das Herz der Pennsylvania-Deitsch-Region. Meine Schwester Brigitte arbeitet an der Universität von Pennsylvania. Mein Mann Pete Gustavson und ich sind Profi-Musiker und betreiben unser eigenes Musik- und Instrumenten-Geschäft. Unsere Tochter Adelaide ist Studentin.
Sprecht Ihr im Alltag eher englisch, Dutch oder mixed?
Wir sprechen überwiegend Englisch zuhause.
Sprechen Eure Kinder noch Dutch?
Unsere Kinder sprechen einige Wörter und Sätze in Dutch. Zudem: Sie kennen und verstehen alle Texte unserer Songs.
Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, eine Band mit Songs in Pennsylvania Dutch zu gründen? Und wann habt Ihr damit angefangen?
Unsere Mutter sang immer Dutch-Volkslieder. Wir sind mit dem Dialekt groß geworden. Wir haben die Musik immer geliebt. Wir selbst wollten die Sprache und Kultur erhalten. So haben wir begonnen, zuhause Musik zu machen. Das war etwa im Jahr 2014. Unser erstes Konzert war dann 2024.
Spielt Ihr nur alte Lieder oder kreiert Ihr auch eigene Songs?
Wir spielen meistens die alten Lieder. Aber: Wir haben auch eine Menge an lustigen Arrangements mit modernem Sound.
Ihr wart bereits in 2025 in Deutschland und Eure Konzerte waren alle ein toller Erfolg. Wie habt Ihr damals Kontakt in die Pfalz geknüpft?
Wir haben Michael Werner von der Initiative „Hiwwe wie Driwwe“ bei der Deutschen Gesellschaft in Philadelphia in 2024 kennen gelernt. Er hatte die Idee zu einer Tour von uns. Er organisierte im vergangenen Jahr unsere Konzerte und kümmerte sich auch um die Finanzen zu unserem Aufenthalt in Deutschland.
Jetzt kommt Ihr wieder. Aber Ihr gebt nur 4 Konzerte auf Eurer Tour. Warum so wenige Auftritte? Wie lange bleibt Ihr in Deutschland.
Wir werden bis zum 19. Oktober in Deutschland sein. Das ist nur eine kurze Zeit. Aber wir können nicht so lange von unseren Jobs wegbleiben. Mehr als 4 Konzerte sein einfach nicht drin.
Das Auftakt-Konzert ist in Kapellen-Drusweiler. Wie kam das denn zustande?
Wir waren auf der Suche nach einem Veranstaltungsort in der Südpfalz und kamen so in Kontakt zur Wasgau-Halle in Kapellen-Drusweiler. Und die Gemeinde freute sich, uns die Halle für ein Konzert zur Verfügung zu stellen.
Seit einigen Jahren ist das Interesse am Leben der Pfälzer Auswanderer stetig gewachsen. Ursprünglich ausgelöst durch den Film „Der einzige Zeuge“ / „The Witness“ mit Harrison Ford. In jüngerer Zeit ist sogar ein regelrechter Hype entstanden. Zuletzt die Tatsache, dass der Großvater des Präsidenten Donald Trump aus Kallstadt und der Gründer von Heinz-Ketchup ebenfalls aus der Pfalz stammen. Wie nehmt Ihr in Amerika dieses große Interesse an Eurer Auswanderungs-Geschichte wahr?
Wir finden es großartig, das es da ein wiedererwachtes Interesse an unserem kulturellem Erbe gibt. Gerade auch bei dem Gedanken, dass unsere Nation und die Welt als Ganzes damit belastet ist, Platz für Flüchtlinge zu finden. Es passt also gerade auch in die Zeit, dass so viele Leute von unserer Immigranten-Geschichte begeistert sind. Es erinnert uns daran, dass wir in Amerika fast alle Immigranten sind. Und dass Platz für uns da war und in Zukunft auch sein wird.
Zum Abschluss: Welche Musik hört Ihr eigentlich privat?
Wir haben eine große Bandbreite. Von Folk-Musik bis zu Classic Rock. Und alles dazwischen.
Termin & Tickets.
Die pennsylvanisch-deitsche Band „Schooflies“ gastiert mit ihren alten Liedern in genauso alt-hergebrachtem Pfälzer Dialekt am kommenden Donnerstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, in der Wasgau-Halle in Kapellen-Drusweiler, Raiffeisenstraße 6 (am Sportplatz). Tickets zu 15 Euro gibt es per E-Mail-Bestellung an kulturverein@kapellen-drusweiler.de