Wer die Polas kennt, weiß, dass sie ungern etwas dem Zufall überlassen. Imerio mit Frau Bernadette sowie Bruder Dario und Gattin Maria haben den Weiterbetrieb per Nachfolger gesichert, damit im kommenden Frühjahr die 40. Eissaison starten kann. Zwei Mitarbeiter des neuen Betreibers sind schon eine Weile beim Einarbeiten vor Ort, um dann die Gäste mit einem hoffentlich reibungslosen Neustart zu begrüßen. Selbstredend ein Italiener. Den braucht es wohl eben für authentisches Gelati ...
Anspruch. „Immer aller höchste Qualität.“
Im Gespräch sitzen die Polas ganz entspannt da. Typisch italienisch nehmen sie die Situation, die da mit dem „Feierabend“ auf sie zukommt (noch) südländisch gelassen. „Mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge.“ Basta. Ab dann soll mehr Zeit sein für Familie, die Enkel, für sich selbst. Einfach mal schauen, was da so kommt, erzählen die beiden Betreiber-Paare, die sich sonst in den fast 40 Jahren während der Saison-Schließzeit der Weiterbildung gewidmet haben. Messen besucht, Neuigkeiten, Trends erkundet und einfach was ausprobiert haben. Die beiden Brüder bringen es für sich auf den Punkt. Ihr Anspruch. „Immer die aller höchste Qualität.“ Der Erfolg gibt ihnen Recht. „'S Pola“ wurde rasch zur Institution für italienisches Speiseeis über die Grenzen der Region hinaus. „Und das ist uns nach all den Jahren ganz wichtig“, sagt Imerio. Seine Frau Bernadette untermauert die Aussage. „Der Anspruch an uns selbst war schon groß.“
Ja, und dieser Anspruch wurde den beiden Brüdern vom Garda-See quasi in die Wiege gelegt. Denn sie sind in das Geschäft mit der vielleicht herrlichsten Sünde der Ernährung von klein auf hineingewachsen. Der Vater von Imerio und Dario kam einst als Gastarbeiter aus Italien in die Pfalz. Zusammen mit einem Geschäftspartner gründete der Senior, der mit seinen rüstigen 90 Jahren wieder am Garda-See lebt, in der GERer Innenstadt im Jahr 1976 ein Eis-Café.
1988 in BZA Eis-Café eröffnet.
Wie es in Branchen üblich ist, kam der Familie zu Ohren, dass in der aufstrebenden Kurstadt direkt am Eingang zum Kurpark ein Ladenlokal frei werden würde. Hingefahren, angeschaut und für gut befunden. Eröffnung war dann am 1. März 1988. Und relativ rasch war für die Familie klar, die Zelte in GER abzubrechen und sich auf BZA zu konzentrieren. Das war Anfang der 1990er Jahre, so Imerio Pola. Das Geschäft mit einem herrlichen, nach Westen hin ausgerichteten Freisitz, gedeihte. Und in 2014 wurde direkt nebenan ein Ladengeschäft frei. Die Polas haben zugegriffen und die zusätzliche Fläche in die Eisdiele integriert. Dort wird nun (noch) vornehmlich von Dario das Eis produziert, um nicht zu sagen gezaubert.
„Die Klassiker wie Vanille oder Erdbeere“ sind nicht wegzudenken.
Auch wenn sich die Geschmäcker verändert hätten, die Kunden anspruchsvoller geworden seien, nach veganen und glutenfreien Sorten verlangten. „Aber“, so Imerio. „Die Klassiker wie Vanille, Erdbeere oder Schokolade sind nicht wegzudenken.“ Genauso wenig wie die Familie Pola. Aber sie bleiben ja hier wohnen, wo sie sich fast 40 Jahre lang einen Ruf mit Klang erarbeitet haben. Und zwischendrin lässt Imerio dann doch bei einem Halbsatz etwas Sentimentalität durch seine sonst schwingende italienische Leichtigkeit durchblitzen. „Das Eis-Café war Teil unseres Lebens - die besten Jahre ...“