Das neue Abenteuer.
Anfang Juni geht es los. So genau an welchem Tag wissen die beiden Abenteurer noch nicht. Es sei noch Einiges in Abstimmung. Aber es soll schon zu Beginn im Juni werden. Einfache und augenzwinkernde Erklärung. Weil der Urlaubsflug im Spätsommer/Frühherbst bereits gebucht ist. Bis dahin müssen sie ja schließlich wieder aus Side zurück sein. Wäsche waschen und so. Wohin dann wohl mit dem Flieger? Selbstredend an ihren Lieblingsurlaubsort. Nach Side. Woher sie kurz zuvor mit dem alten Deutz hoffentlich gesund und munter zurückgekehrt sind. Wenn alles halbwegs glatt läuft, rechnet Albert Getto mit rund 35 Tagen Hin- und entsprechend vielen Tagen Rückfahrt. Bei 10 Litern Diesel am Tag. Auch ein Kostenfaktor.
7000 Kilometer hin und zurück.
Bei dem, was die beiden Oberotterbacher Abenteurer jetzt vorhaben, da war das Erklimmen des Stilfser Jochs eine Spritztour. Nach Side hin und zurück sind es rund 7000 Kilometer. Mit einem nicht überdachten Traktor. Sie hätten sich mal ein Dach angeschaut. Es habe seiner Frau nicht gefallen, grinst Albert Getto, der meist mit einem Strohhut als Schattenspender unterwegs ist. Und Birgit Getto kommentiert ganz gelassen. Ich bekomme einfach keinen Sonnenbrand. Toi, toi, toi der körperlichen Belastung für die beiden. Durchtrainiert und sportlich sind beide. Und der alte Deutz, Baujahr 1961, ist ein zuverlässiger, fast unverwüstlicher Untersatz deutscher Ingenieurskunst.
Noch in der Feinabstimmung.
Die exakte Reiseroute steht noch nicht so ganz. Ein Beispiel. Einer der Knackpunkte. Albert Getto möchte eigentlich nicht durch Istanbul mit dem Traktor fahren. Da gibt es aber nur einen Weg dran vorbei. Über eine neue Brücke über den Bosporus. Doch diese Straße sei eine Autobahn. Da habe ein Traktor nun mal nichts verloren. Doch türkische Freunde hätten Beziehungen, so Getto. Sodass er die Autobahn-Brücke passieren werden könne, hofft er. Mal schauen. Andere Länder. Andere Sitten.
Den Wohnwagen im Schlepptau.
Schlafen werden die beiden nach gewohnter Manier in einem Wohnwagen aus den 1980er-Jahren, den der alte Deutz 2022 zuverlässig über die Schwäbische Alb und durch die Alpen gezogen hat. Der Wohnwagen sei ebenfalls top in Schuss. Selbst der TüV-Mitarbeiter sei von dem Zustand des rollenden 1-Zimmer-Appartments beeindruckt gewesen, freut sich der gelernte Schreiner und ehemalige Hausmeister der VG-Verwaltung BZA.
Träume leben und so.
Mal angemerkt. Birgit Getto hat ihren Job im Büro eines Weingutes gekündigt, um diese Tour zu unternehmen. „Ich freue mich riesig auf die Reise.“ Und bringt es für sich und ihren Mann Albert auf den Punkt. „Das Leben fängt mit der Geburt an. Ob ich hier zuhause versauere oder was erleben kann. Andere geben viel Geld für eine Weltreise aus. Wir machen eben das.“ Eine Frau. Ein Wort. Alles gesagt. Albert Getto schweigt und lächelt. Gute Fahrt.