14.06.2026 - Landessynode. Zwischen Zumutung und Zuversicht. Gewaltige Geldsorgen.

Das Symbol schlechthin des Protestantismus in der Pfalz. Die Gedächtniskirche, auch im Volksmund als "Retscher-Kirch'" bezeichnet, in SP. Foto. Netz.

SP. Die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz hat ihre viertägige Tagung in SP am gestrigen Samstag abgeschlossen. Die Tagung stand im Spannungsfeld von deutlich enger werdenden finanziellen Spielräumen und dem Willen, Kirche nicht nur kleiner, sondern auch beweglicher, präsenter und zukunftsfähiger zu gestalten.

Lesezeit: 02:24 Minuten

Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst hatte in ihrem Bericht zum Auftakt dazu aufgerufen, nicht nur vom Mangel her zu denken. Eine Kirche, die nur noch über fehlende Ressourcen spreche, verliere den Blick für ihre Aufgabe und ihre Kraft. Diese Linie zog sich durch die gesamte Tagung: Die Synode sprach über Rücklagen, Einsparungen und Strukturfragen. Zugleich aber auch über Segensangebote, Mitgliederkommunikation, Vielfalt, Bildung, Diakonie und neue Formen kirchlicher Präsenz.

„Ungeschminkte Wahrheit“. Sparen. Sparen. Sparen.

Besonders deutlich wurde die finanzielle Lage bei der Beratung der mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2027 bis 2032. Finanzdezernentin Juliane Danz sprach von einer „ungeschminkten Wahrheit“ und machte deutlich. Ein „Weiter so“ sei finanziell unmöglich. Die Synode passte einzelne vorgesehene Maßnahmen und Projekte an und reduzierte damit den zusätzlichen Finanzbedarf für die kommenden Haushaltsjahre. Darunter soll das Trifels-Gymnasium in Annweiler in die Trägerschaft der öffentlichen Hand übergeben werden. Wenn dies nicht gelinge, würde es geschlossen. 

Zugleich blieb die Grundbotschaft unverändert. Die Landeskirche muss ihren Zukunftsprozess konsequent weiterführen, wenn sie handlungsfähig bleiben will.

Trotz Sparzwang weiterhin gestalten.

Dabei zeigte sich, dass Sparen und Gestalten zusammen gehören. Die Synode beriet nicht nur über finanzielle Begrenzungen, sondern auch über die Frage, wofür Kirche künftig stehen will. Mit der Fortführung von Philippus als systematischer Mitgliederkommunikation und von Blessed.Pfalz als Segensbüro stärkte sie Angebote, die Menschen an biografischen Übergängen, in Lebensfragen und mit niedrigschwelligen Formen kirchlicher Begleitung erreichen sollen.

Auch das Schwerpunktthema „Vielfältig Kirche sein“ griff eine Zukunftsfrage auf. Wie kann Kirche ein Ort sein, an dem Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Prägungen, Lebensformen und Bedürfnissen selbstverständlich vorkommen? Die Synode nahm dabei nicht nur Migration, sondern die Breite gesellschaftlicher Vielfalt in den Blick und verband theologische Grundfragen mit praktischen Beispielen aus Gemeinden, Diakonie, Bildung und Seelsorge.

Neue Kultur der Zusammenarbeit.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Transformationsprozess #kirche.mutig.machen. Die Arbeitsgruppen zeigten, dass der Prozess zunehmend von der Grundsatzdebatte in die konkrete Ausarbeitung übergeht. Deutlich wurde, dass neue Strukturen nur dann tragen, wenn auch eine neue Kultur der Zusammenarbeit, Beteiligung und Ermöglichung entsteht.

Auch die Berichte der übergemeindlichen Dienste machten sichtbar, dass Kirche mehr ist als Ortsgemeinde allein. Bildung, Jugend, Akademiearbeit, Diakonie, Frieden und Umwelt, Ökumene sowie Aus- und Fortbildung schaffen Kontaktflächen zu Menschen, die in klassischen Gemeindestrukturen oft nicht oder nur lose vorkommen. In der Transformation wird es darum gehen, diese Fachlichkeit und gesellschaftliche Präsenz nicht zu verlieren, sondern neu zu ordnen.

Fazit. Weitere Veränderungen geboten. 

Die kommenden Monate werden weitere Entscheidungen bringen. Zur Kirchenbezirksreform, zur gemeinsamen Verwaltung, zum gemeinsamen Kita-Träger und zur neuen Verfassung. Die Evangelische Kirche der Pfalz will sich verändern, um ihrem Auftrag auch unter veränderten Bedingungen treu zu bleiben. Mit weniger Ressourcen, aber mit klarem Blick auf das, was Menschen von Kirche brauchen. Text. lk. 

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