17.05.2026 - Dünnhäutig. Die märige Schimpfe eines Bürgermeisters. Meinung.

BZA. Nein. In der März-Sitzung des Stadtrates sollte es zur „Königssitzung“, dem Beschluss des Haushaltes der Stadt BZA, keine Redebeiträge seitens der Fraktionen geben. Nach mehrheitlichem Einvernehmen im Vorhinein. Angeblich. Doch die CDU-Fraktion unter Vorsitz von Martin Wichmann sah das anders und nahm das ihr zustehende Recht in Anspruch, den „langweiligen Haushalt“ und andere „Geldverschwendungen“ zu punktieren. In der April-Sitzung schoss ein äußerst dünnhäutig aufgelegter Stadtbürgermeister, Hermann Augspurger (FWG), verbal gegen Wichmann zurück.

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Augspurger verwahrte sich gegen die Behauptungen eines langweiligen Haushaltes und der Geldverschwendung.

Geldverschwendung sei beispielsweise die Handhabung seines Vorgängers im Amt gewesen, so Augspurger. Gemeint ist Fred-Holger Ludwig (CDU). Der Stadtrat habe damals 20.000 Euro für einen Rechtsstreit genehmigt. Am Ende seien es rund 85.000 Euro geworden. „Das ist Geldverschwendung“, so Augspurger im Stadtrat.

Des Weiteren verwahrte sich Augspurger gegen die Begrifflichkeit „langweiler Haushalt“, der keine Akzente setze. Zitat Augspurger: „Was wir bewegt haben.“ Hm. Da wird man bei solch einer Behauptung schon stutzig. Jetzt aber mal Klartext.

Einige Beispiele des Bewegt-Habens.

Der Engel. Das schönste Rennaisance-Haus der Pfalz, der Engel, stand über Jahre hinweg leer, rottete vor sich hin, nun wundert man sich, dass immer neue Zusatzkosten bei der endlich begonnenen Sanierung entstehen. Augspurger wurde 2019 Stadtbürgermeister. Die Sanierung hat in 2026 endlich begonnen. Und er war vor seinem Bürgermeisteramt auch mal Bau-Beigeordneter.

Rathaus verkauft. Das historische Rathaus wurde für den Schleuderpreis von rund 330.000 Euro veräußert. Zum Vergleich. Dafür bekommt man nicht einmal ein Reihenmittelhaus. Das Sahnehäubchen. Die Gewerbesteuer für den neuen Besitzer wurde für 3 Jahre obendrauf auch noch ausgesetzt. 

VHS aufgelöst. Die städtische Volkshochschule wurde aufgelöst und in den Kreis integriert. Die suchen bis heute Räumlichkeiten, die bis dahin vorhanden waren. Ach ja, die Behauptung des Stadtoberhauptes in der Stadtratssitzung, dass die Kreisvolkshochschule in das neue Gebäude auf dem alten Kino-Standort einzieht, ist nach Rückfrage von suewpress.de auch noch nicht in trockenen Tüchern. Der Kreis bestätigt zwar, dass man in weit gediehenen Verhandlungen mit dem Eigentümer sei. Aber ein Mietvertrag sei nicht unterschrieben. Und diese Feststellung seitens des Kreises kommt nach über 2 Wochen nach der Stadtratssitzung, in der Augspurger den bevorstehenden Bezug verkündet hatte.

Stadtbücherei ins undichte HdG. Die Stadtbücherei, die es braucht, um den Titel Kurstadt tragen zu dürfen, wurde in das nicht wirklich wasserdichte Haus des Gastes verfrachtet.

Apropos Haus des Gastes. Die Gastronomie steht seit geraumer Zeit leer. Die eigentliche gastronomische Visitenkarte der Kurstadt. Über die zukünftige Verfahrensweise, wie mit dem Bau umzugehen ist, gibt es seitens der Stadtspitze kein schlüssiges Konzept. Außer teure Kosten für eine notdürftige Instandhaltung. Der Vorschlag der CDU-Fraktion, das Haus abzureißen und durch einen kompakten Multifunktionsbau zu ersetzen, wird ausgesessen. 

Bahnhofskreisel-"Geschenk". Das Kunstwerk in allen Ehren (der Redaktion gefällt es), aber für ein angebliches "Geschenk" am Ende einen mittleren 5-stelligen Euro-Betrag auf den Tisch legen zu müssen. Puh … 

Wie gesagt. Nur einige Beispiele zum Leitsatz des Stadtbürgermeisters. „Was wir bewegt haben.“ …

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