Gewählt wird der Nachfolger von Noch-Amtsinhaber Martin Engelhard (FWG), der Ende Januar in Ruhestand geht, kommende Woche. In der Sitzung des VG-Rates am Dienstag, 23. Juni, 18 Uhr, in der Dierbach-Halle in Dierbach.
Zum Programm. Die Schwerpunkte.
Seebach, gebürtiger Kurstädter, sieht großes Potenzial in vielen Bereichen, gestützt durch KI.
Flächendeckendes Wasser-Monitoring.
Sensorik und Künstliche Intelligenz erkennen Leckagen, Verbrauchsspitzen und sinkende Quellschüttungen in Echtzeit. In allen 20 Dörfern und der Stadt. Pilotprojekt mit 200 Haushalten, 45–55 Prozent Förderung (durch ISB RLP, KfW) finanzierbar. Ein vermiedener Rohrbruch spart 15.000 bis 40.000 Euro. Volle Nutzung des grenzüberschreitenden PAWENA-Wasserwerks in Steinfeld, das rund 80.000 Einwohner in Südpfalz & Nordelsass versorgen kann.
Rebmeerbad-Sanierung als Vorzeigeprojekt.
Die avisierten 10,1 Millionen Euro für die Sanierung des Rebmeerbades in BZA (hauptsächlich Freibad) müssen reichen. Mittels eines KI-gestütztes Projekt- und Kostencontrollings. Dazu konsequentes Einwerben von Bundes- und Landesmitteln für die energetische Sanierung und ein öffentliches Online-Dashboard. Baufortschritt & Kosten für jeden einsehbar. Das Bad wird für Schulen, Vereine und Familien schnell wieder voll nutzbar sein, ist Seebach überzeugt.
Modernes Ordnungsamt.
Seebach schlägt eine digitale Mängelmelder-App für Schlaglöcher, wilden Müll und defekte Beleuchtung vor. In jedem Ort, rund um die Uhr, mit garantierter Rückmeldung.
Tourismus. Winzermarkt und Runder Tisch als Herzstück.
Kurstadt. SÜW. Pfälzer Wald. Burg Landeck. Dörrenbach. Schweigen und die Nähe zum Elsass sind ein Pfund, das stärker genutzt werden muss. Seebach setzt auf einen Runden Tisch, einen Winzermarkt & Tourismus, der Winzer, Einzelhändler, Gastronomie, Tourismusbüro und Verwaltung regelmäßig zusammenbringt. Sein Ziel ist ein attraktiver, dauerhafter Winzermarkt als Aushängeschild der Region. Als Frequenzbringer für die Innenstadt und als Brücke zum Elsass. Dazu eine digitale Gästekarte für die ganze VG, KI-Besuchermarketing über Sprachgrenzen hinweg (Stichwort Wissembourg) und buchbare Erlebnispakete von Wein bis Wandern.
Smarte Mobilität für jedes Dorf – Rufbus ausbauen.
Der VRN-Flexline-Rufbus wird 2026 im Kreis SÜW weiter ausgebaut. Aber er ist erst der Anfang. Seebach will die datenbasierte Ausweitung auf alle VG-Ortsgemeinden vorantreiben. Intelligente Routenplanung nach Bedarf, flexible Abendverbindungen, einfache App-Buchung und Telefonhotline für Ältere ohne Smartphone. Besonders profitierten Hergersweiler, Niederhorbach, Oberhausen, Birkenhördt und Oberschlettenbach. Dazu. Erhalt der Bahnanbindungen über Steinfeld, Kapsweyer, Schweighofen und Winden-BZA als Rückgrat auch für Touristen ohne Auto.
Die digitale Verwaltung.
Pflichtleistungen komplett online. Kita-Anmeldung, Terminbuchung, Anträge rund um die Uhr. Ziel: 80 Prozent der häufigsten Bürgerkontakte bis 2031 online, mit kostenfreien Landesdiensten (rlpDirekt). KI-gestützte Haushaltsplanung und systematische Fördermittel-Akquise (ISB RLP, KfW, INTERREG, EFRE). Die Netto-Investition der VG bleibe in den ersten drei Jahren unter 25.000 Euro pro Jahr.
Feuerwehren digital vernetzen. Alle Wehren fit für die Zukunft machen.
Die VG BZA hat in ihren 21 Ortsgemeinden rund 500 aktive Feuerwehrmitglieder und 11 Jugendfeuerwehren. Ein enormes Ehrenamt, das täglich schützt. Seebach will es gezielt stärken. Digitale Einsatzdokumentation, Alarmierung und Ausrüstungsverwaltung für alle Wehren mit bewährten Systemen wie DIVERA 24/7 für rund 150 Euro pro Monat, mit Fördermitteln finanzierbar. Dazu ein klarer Feuerwehr-Bedarfsplan für die VG, der Gerätehäuser, Fahrzeuge und Personalstärke langfristig absichert, und volle Unterstützung für die Jugendfeuerwehren als Nachwuchs-Fundament. Die neue Drehleiter DLK 23/12 der Stadtwehr ist ein richtiger Schritt. Diesem müssen weitere folgen.
Innenstadt/FuZo. Gewinn aus Tunnelentlastung aktiv nutzen.
Mit dem Böhämmer-Tunnel (1,44 km, zirka 127 Mio. Euro, Bundesfinanzierung, Fertigstellung Ende dieses Jahres) wird der Durchgangsverkehr um BZA herumgeführt. Reisende fahren künftig schneller vorbei, nicht mehr durch die Stadt. Das entlastet die Innenstadt von Lärm und Abgasen. Der eigentliche Gewinn: Die bisherige viel befahrene Bundesstraße durch die Stadt könne zur attraktiven Flaniermeile und erweiterten FuZo umgestaltet werden. Das sei dringend nötig. Derzeit stehe rund ein Drittel der Ladengeschäfte leer. Seebach will die Neugestaltung aktiv begleiten, sagt er. Geboten sei hier die Zusammenarbeit mit dem Werbekreis, den Eigentümern und dem Land RLP zur Leerstandsbekämpfung in Sachen Außengastronomie, Verweilbereichen, barrierefreien Zugängen und ein koordinierendes Innenstadt-Management.
E-Kart-Halle und Investorenprojekte unterstützen.
Die VG kann Tourismus und Wirtschaft nicht allein aus dem Gemeindehaushalt finanzieren. Daher seien private Investoren unverzichtbar. Seebach begrüßt ausdrücklich Projekte wie eine geplante Indoor-E-Kart-Halle als privates Investorenprojekt. Solche Freizeitanlagen schaffen ganzjährige Attraktionen unabhängig vom Wetter, Arbeitsplätze und steigern Übernachtungszahlen. Die Verwaltung muss Ermöglicher sein und keine Bremser. Schnelle Bauleitverfahren, aktive Investoren-Akquise mit dem Kreis SÜW und Wirtschaftsförderung, verlässliche Ansprechpartner. Das gilt für E-Kart-Projekte, gastronomische Neuansiedlungen oder touristische Einrichtungen am Pfälzer-Wald-Rand.
Technologie plus Bürgernähe. Besser als KI alleine.
Regelmäßige Sprechstunden und Ortsbegehungen in jeder der 21 Gemeinden, Unterstützung für Feuerwehren, Vereine und Dorfgemeinschaftshäuser sowie volle Transparenz über jedes Projekt. Die KI liefert die Daten. Entschieden wird gemeinsam vor Ort, der Mensch behält letztendlich immer die Kontrolle. So Seebach.
Ein rotierendes Gemeinschaftsevent.
Seebach will ein rotierendes Veranstaltungsformat etablieren, das reihum durch alle 21 Gemeinden zieht. Ein Bürgerfest, Dorfforum oder Regionalmarkt. Jedes Jahr an einem anderen Ort, von der Kurstadt bis nach Vorderweidenthal, Schweigen-Rechtenbach oder Dörrenbach. Das schafft Sichtbarkeit und Wertschätzung für jede Gemeinde, stärkt den Zusammenhalt in der VG und gibt jedem Ort die Möglichkeit, sich als Gastgeber zu präsentieren. Planung und Organisation entstehen gemeinsam mit den Ortsbürgermeistern und Vereinen vor Ort. Sprich. Kein Event von oben, sondern ein Fest aus der Mitte der Gemeinden. So Seebach.
Termin & Wahlprozedere.
Die Wahl des Ersten hauptamtlichen Beigeordneten.
Der VG-Rat BZA tagt kommenden Dienstag, 23. Juni, 18 Uhr, in der Dierbach-Halle in Dierbach. Die Wahl für die Nachfolge des Ende Januar in Ruhestand gehenden Ersten hauptamtlichen Beigeordneten ist fast am Anfang der Sitzung (Top 3).
Im Gegensatz zu sonstigen breit aufgestellten Personenwahlen entscheidet laut Landesverfassung RLP in diesem Fall nicht der Bürger, sondern alleine der Rat. Es liegen 12 Bewerbungen vor. Allerdings stehen die Bewerber nicht frei zur Wahl. Sondern. Ein Bewerber muss aus den Reihen des Rates vorgeschlagen werden. Nur dann kommt er als Kandidat in Frage und zur Abstimmung. Als sehr wahrscheinlich kommen bislang in Frage vorgeschlagen zu werden, Kandidaten von FWG, CDU und AfD.