Angenommen wurde ein Brand im Wald in der Nähe des Sandwiesenweihers. Am Weiher richteten die Einsatzkräfte mehrere Wasserentnahmestellen ein. Über eine Förderstrecke mit Faltbehältern transportierten sie das Wasser anschließend zum angenommenen Brandort. Geplant und geleitet hatte die Übung der stellvertretende Einheitsführer Tobias Schmidt aus St. Martin.
Parallel bauten die Einsatzkräfte eine Riegelstellung mit sogenannten Kreiselregnern auf, um ein Übergreifen des Feuers auf das weitere Waldgebiet zu vermeiden. Diese funktionieren ähnlich wie Rasensprenger und können, in einer Linie aufgestellt, selbstständig eine mehrere hundert Meter lange Verteidigungslinie bewässern. Auch den Einsatz der Dachwerfer der Tanklöschfahrzeuge übten die Einsatzkräfte. Aus Naturschutzgründen gaben sie das Wasser dabei direkt wieder in den Weiher ab. Positiver Nebeneffekt: Das Wasser reicherte den Weiher zusätzlich mit Sauerstoff an.
Waldbrandeinsatz in Gänze „durchspielen“.
Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Jens Thiele und der Einheitsführer des Katastrophenschutzzuges, Jens Wingerter, ziehen eine positive Bilanz. „Die kontinuierliche Ausbildung im Bereich der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ist uns ein zentrales Anliegen. Ziel der Übung war es, einen Waldbrandeinsatz in Gänze zu simulieren, also von der Wasserentnahme über eine Riegelstellung mit Kreiselregnern bis hin zu einer Brandbekämpfung mit Strahlrohren und Handwerkszeug. Diese Gesamtleistung konnte in kurzer Zeit aufgebaut und betrieben werden. Dies ist umso wichtiger, da wir davon ausgehen, dass wir aufgrund des Klimawandels in Zukunft mehr heiße Sommer und somit auch mehr Brandeinsätze in unseren Wäldern erleben werden."
Der Katastrophenschutzzug.
Der Katastrophenschutzzug des Landkreises ist eine der Kernkomponenten des Katastrophenschutzes. Er kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine VG an ihre Leistungsgrenzen stößt oder bestimmte Spezialfähigkeiten benötigt werden. Bereits vor mehr als zehn Jahren hat sich die Einheit auf die Bekämpfung von Wald- und Vegetationsbränden spezialisiert und seitdem ihr Können und ihre Ausstattung kontinuierlich ausgebaut. Insgesamt wirken im Katastrophenschutzzug über 70 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus sechs Verbandsgemeinden mit 15 Fahrzeugen mit. Text. sp.