„Mit der neuen Rettungswache investieren wir nicht nur in ein modernes Gebäude, sondern vor allem in die Zukunft des Rettungsdienstes und in die Menschen, die hier täglich für die Sicherheit der Bevölkerung im Einsatz sind. Die neue Wache schafft zeitgemäße Arbeitsbedingungen und stellt gleichzeitig sicher, dass der Standort auch den Anforderungen der kommenden Jahre gewachsen ist.“, erklärt Jürgen See, Geschäftsführer DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH.
Das Team. Der Fuhrpark.
Am Rettungswachen- und Notarzt-Standort BZA sind derzeit 22 hauptamtliche Mitarbeitende, drei Auszubildende, zwei FSJler sowie zehn ehrenamtliche Mitarbeitende tätig. Zum Fuhrpark gehören ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), ein Rettungstransportwagen (RTW) sowie zwei Krankentransportwagen (KTW).
Die bisherige Rettungswache im ehemaligen Schwesternwohnheim des Klinikums BZA stammte aus dem Jahr 1970 und war ursprünglich gar nicht als Rettungswache gedacht. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an den Rettungsdienst jedoch erheblich verändert. Moderne größere Einsatzfahrzeuge, technische Ausstattung, hygienische Anforderungen und veränderte Arbeitsbedingungen machten eine grundlegende Neuordnung des Standortes erforderlich.
Mit dem Neubau in der LDer Straße steht nun ein moderner Rettungswachenstandort zur Verfügung, der Funktionalität, Nachhaltigkeit, zeitgemäße Arbeitsbedingungen und moderne Räumlichkeiten miteinander verbindet, die den vielfältigen Anforderungen des heutigen Rettungsdienstes gerecht werden. Die neue Rettungswache steht damit beispielhaft für die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes in der Südpfalz.
Rund ein Jahr Bauzeit.
Der Weg zur neuen Rettungswache begann bereits vor mehr als einem Jahrzehnt mit der Suche nach einem geeigneten Standort. Diese Suche erwies sich als nicht ganz so einfach und so dauerte es bis ins Jahr 2023 bis ein Grundstück gekauft werden konnte. Von Oktober 2024 bis Dezember 2024 wurde ein bestehendes Altgebäude auf dem Grundstück vollständig abgerissen. Es handelte sich dabei um die ehemalige Obdachlosen-Unterkunft. Im Juli 2025 erfolgte der offizielle Spatenstich und bereits im Januar 2026 wurde mit dem Innenausbau begonnen. Im August 2026 wurde die neue Rettungswache fertiggestellt. Damit konnte die geplante Bauzeit von zwölf Monaten eingehalten werden.
„Ein Bauprojekt dieser Größenordnung innerhalb des vorgesehenen Zeitrahmens fertigzustellen, war eine große Herausforderung. Umso schöner ist es, heute vor dem fertigen Gebäude zu stehen. Von den ersten Planungen bis zur Fertigstellung war es ein umfangreiches Projekt, bei dem viele Beteiligte eng zusammengearbeitet haben.“, sagt die Architektin Marion Klag der Firma Speeter.
Zahlen & Fakten.
Die neue Rettungswache verfügt über eine Nutzfläche von rund 775 Quadratmetern. Das Grundstück umfasst 3.660 Quadratmeter, der umbaute Raum beträgt rund 4.280 Kubikmeter.
Für den Neubau wurden unter anderem rund
- 46,5 Tonnen Stahl
- 345 Kubikmeter Beton
- 440 Quadratmeter Mauerwerk
verbaut.
Das Gebäude verfügt über vier Stellplätze für Einsatzfahrzeuge sowie eine separate Waschhalle. Ergänzt wird das Raumangebot durch moderne Sozial- und Aufenthaltsbereiche sowie einen Schulungsraum.
Nachhaltige Planung.
Auch technisch ist die neue Rettungswache auf die Zukunft ausgerichtet. Eine Photovoltaikanlage mit PV-Speicher und Notstromfunktion, eine Wärmepumpe, die Klimatisierung der Sozialräume und moderne LED-Beleuchtung sorgen für einen zeitgemäßen und energieeffizienten Gebäudebetrieb. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt. Das Konzept der „Grünen Rettungswache“ des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz wurde bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt.
„Wir wollten Nachhaltigkeit nicht als nachträgliche Ergänzung verstehen, sondern von Anfang an in die Planung integrieren. Von der Gebäudehülle über die Beleuchtung bis hin zur Energieversorgung und Regenwassernutzung wurden zahlreiche Aspekte berücksichtigt, die langfristig Ressourcen und Energie einsparen können.“, erläutert Marco Wilhelm, Gebäude- und Umweltmanagementbeauftragter der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH.
Beim Bau kamen unter anderem Recyclingschotter, Ziegelmauerwerk und Öko-Pflaster zum Einsatz. Die Räume wurden möglichst so ausgerichtet, dass das vorhandene Tageslicht optimal genutzt werden kann. Eine effiziente Gebäudehülle und LED-Leuchtmittel tragen ebenfalls zu einem reduzierten Energieverbrauch bei. Darüber hinaus verfügt die Rettungswache über eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Notstromfunktion, eine Wärmepumpe sowie eine Zisterne zur Speicherung von Regenwasser, welches für die Bewässerung der Außenanlage verwendet wird. Für Mitarbeitende stehen außerdem E-Ladesäulen zur Verfügung.
Die Finanzierung.
„Die alte Wache hat uns über viele Jahre gute Dienste geleistet, aber man hat einfach gemerkt, dass sie nicht für die Anforderungen des heutigen Rettungsdienstes gebaut wurde. Die neue Wache bietet uns jetzt deutlich mehr Platz, bessere Abläufe und moderne Aufenthaltsmöglichkeiten. Wir freuen uns sehr darauf, hier gemeinsam in die Zukunft zu starten“, sagt Max Buckel, Leiter der Rettungswache BZA.
In den Kosten für den Neubau sind auch der Grundstückskauf sowie der Abriss des Altgebäudes enthalten. Von den Kosten werden gemäß dem rheinland-pfälzischen Rettungsdienstgesetz (RettDG) 75 Pronzent der Kosten, anteilig durch die zuständigen Gebietskörperschaften (Landkreise GER, SÜW, SWP, die Städtdt LD, PS und ZW) übernommen.
25 Prozent werden von der DRK-Rettungsdienst Südpfalz GmbH übernommen.
In 2025 über 2600 Notfalleinsätze & 2000 Krankentransporte.
Dass sich die Investition hier definitiv lohnt, zeigen die Einsatzzahlen der Rettungswache Bad Bergzabern deutlich: Im Jahr 2025 rückte die Rettungswache BZA zu 2.632 Notfalleinsätzen aus und führte 2.005 Krankentransporte durch. Text. sp.