Ausgebremst. „Ein Millimeter vor dem Ziel.“
Der ganze Stress in jüngster Zeit ist abgefallen. Und der war so kurz vor dem Ziel noch einmal heftig. Eigentlich wollten die beiden Abenteurer mit ihrem Deutz und Wohnwagen schon vor zwei Tagen über die bulgarische Grenze in die Türkei einreisen, was ihnen jedoch verweigert wurde. „Wir waren einen Millimeter vor dem Ziel Türkei“, erzählt Albert Getto. Und dann „wurden wir ausgebremst.“
Traktor darf Grenzpunkt nicht passieren.
Der angebliche Grund. Man höre und staune. Bei dem Deutz, Baujahr '61 (!) handele es sich um ein gewerbliches Fahrzeug. Diesen Grenzpunkt dürften aber nur Autos passieren. Soll der zwar nette, aber wohl bestimmend auftretende türkische Grenzer einfach mal so festgestellt haben. Deshalb mussten die Abenteurer aus der Südpfalz wenden. Sie haben dann kurzerhand unverzagt oder auch trotzig Kurs aufs benachbarte Griechenland genommen, um dort einen Grenzübergang zu finden. 64 Kilometer oder auch einen ganzen Tag Umweg. Aber. Es hat geklappt. Gestern haben Birgit und Albert einen Grenzübergang ohne größere Probleme gefunden.
Heute Morgen. Barfuß im Mittelmeer.
Und heute Morgen? Die beiden haben es geschafft. Barfuß im Küstensand des Mittelmeeres. Nahe der Stadt Eceabat. Auf der Halbinsel, die nördlich der Bosporus-Meerenge am Übergang vom Marmara- zum Mittelmeer liegt.
Ursprungsziel verworfen.
Eigentlich wollten die beiden Oberotterbacher mit ihrem abenteuerlichen Gespann bis an die Mittelmeer-Südküste an den beliebten Badeort Side fahren. Doch sie haben umdisponiert. Alberts Bauchgefühl. Er will dem 65 Jahre alten Deutz die Querung des türkischen Berglandes doch nicht zumuten. Neues Ziel. Südlich von Istanbul. Und da sind sie jetzt.
Mögen die Wellen des Mittelmeeres den Schweiß und die Schwielen an den Füßen der Pedaltreterei des urplötzlich als „gewerblich“ eingestuften Traktors ab- und weichspülen.