28.06.2026 - Traktor-Abenteurer. Türken nennen ihn den „Marco Polo der Neuzeit“.

Die angeblich längste Hängebrücke der Welt die den europäischen mit dem orientalischen Teil in der Türkei verbindet. Foto. Getto.

Von Robert Wilhelm.

OBEROTTERBACH. TÜRKEI. Nein. Das kann er nicht. Die Füße einfach mal still halten. Wohl noch nie. Dabei ist der drahtige Albert Getto alles andere als ein Hektiker. Eigentlich stets besonnen und von ausgeglichenem Naturell. Aber immer in Bewegung. Der Dauerläufer und Rennradfahrer hat den Ritt mit seiner Frau Birgit auf dem Traktor-Wohnwagen-Gespann vom südpfälzischen Oberotterbach über den Balken bis in die Türkei ohne große Probleme geschafft. Dabei ist der alte Deutz mit Baujahr '61 selbst schon im Rentenalter. Zurück zum Thema Füße (nicht) still halten ...

Lesezeit: 02:20 Minuten

Derzeit Auszeit am Marmara-Meer.

Die beiden Trekker-Abenteurer haben ihr Ziel Türkei erreicht und sich eine Auszeit in einem direkt am Bosporus gelegenen Hotel gegönnt. Mit Panorama-Ausblick auf die angeblich längste Hängebrücke der Welt, die die Meerenge zwischen dem Mittel- und Marmara-Meer überbrückt und den europäischen mit dem orientalischen Teil der Türkei verbindet. 

Birgit liegt am Pool des Hotels, der 30 Meter vom Strand des Marmara-Meeres weg ist und das sie derzeit noch weitgehend für sich alleine haben. Bei der Ortschaft Eceabat. Und Albert schnürt mit seinen knapp 70 Lenzen die Laufschuhe. Er will sich die große Brücke genauer ansehen. Macht er auch. Eine Stunde lang joggen. Bei Temperaturen wie derzeit bei uns mit rund 40 Grad Celsius. Respekt.

„Marco Polo der Neuzeit.“

Eigentlich haben sie ihr Ziel Türkei ja erreicht. Aber Albert möchte noch unbedingt den Bosporus überqueren und mit dem alten Deutz in den Orient. Das Problem dabei ist, dass sein abenteuerliches Gespann nicht über die große Brücke darf, weil eine Autobahn. Irgendwo gebe es eine Fähre, habe er in Erfahrung bringen können, aber mal schauen. Dass der gelernte Schreiner und langjährige Hausmeister der VG-Verwaltung BZA das auch noch hinbekommt, ist sehr wahrscheinlich. Schließlich wird er in dem Hotel von den Angestellten schon als „Marco Polo der Neuzeit“ bezeichnet. An diesem Vergleich ist durchaus was dran ...

Montag die letzte Etappe.

Am morgigen Montag soll es auf diese letzte Etappe gehen. Wieder ein paar Tage (Un-)Ruhe, und dann den Wendepunkt markieren. Retour über den Balkan in Richtung Südpfalz, wo er zusammen mit Birgit insbesondere nicht nur im heimischen Oberotterbach, sondern laut Kommentaren auf Social Media in seinem zweiten Zuhause, der Schirmbar vum Pfeffers Bernd am Schweigener Weintor schon erwartet und wohl sicherlich auch gefeiert werden wird. 

Hintergrund. 

Die verrückt anmutende Idee, mit dem Traktor-Wohnwagen-Gespann auf große Reise zu gehen, hat einen Vorläufer. Vor vier Jahren sind Albert und Birgit schon halsbrecherisch in die Alpen gekraxelt. Hoch zum Stilfser Joch in Südtirol. Geschafft. Feuer gefangen. Damals hat Albert nach der Rückkehr aus den Alpen noch gejuxt, dass er als nächstes sogar nach Side, dem Lieblingsurlaubsort von ihm und seiner Frau Birgit an der türkischen Mittelmeerküste tuckern wolle. Vier Jahre später hat er diesen Jux bislang mit Erfolg umgesetzt. Aber bis Side wollen die beiden Abenteurer nun doch nicht fahren. Albert sorgt sich aus seinem Bauchgefühl heraus, dass der alte Deutz, der vom Alter her sein kleiner Bruder sein könnte, es nicht heil über die türkische Bergwelt ans Mittelmeer schafft. Und mehr als in die Türkei zu kommen, wollte er im Grunde gar nicht erreichen. 

Die Redaktion wünscht allzeit gute Fahrt. Wir bleiben dran.

Der Blick von Birgit und Albert von ihrem Hotelzimmer aus. Auf den Bosporus am Übergang zum Marmara-Meer. Am morgigen Montag geht es auf die letzte Etappe. Über die Meerenge. Foto. Getto.
Der Blick von Birgit und Albert von ihrem Hotelzimmer aus. Auf den Bosporus am Übergang zum Marmara-Meer. Am morgigen Montag geht es auf die letzte Etappe. Über die Meerenge. Foto. Getto.

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